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Raumfahrtprogramm: Iran schießt ersten Satelliten ins All

Der Iran hat seinen ersten eigenen Satelliten ins All geschossen. Das Staatsfernsehen übertrug den Start, den Präsident Mahmud Ahmadinedschad befohlen haben soll. Teheran könnte die Satelliten-Technik auch anderweitig benutzen - beispielsweise für Atomsprengköpfe.

Der Iran hat nach eigenen Angaben seinen ersten selbstgebauten Satelliten ins All gebracht. Zum 30-jährigen Jubiläum der Islamischen Revolution im Iran sei der Satellit Omid (Hoffnung) mit einer Safir-2-Rakete ins Weltall gebracht worden, so die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Wie die Agentur weiter berichtete, hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad selbst den Start des Satelliten befohlen. Der Start wurde vom iranischen Staatsfernsehen übertragen.

Der relativ leichte Satellit sei vollständig von iranischen Wissenschaftlern hergestellt worden und werde künftig innerhalb von 24 Stunden 15 Mal die Erde umkreisen, hieß es in dem Bericht weiter. Von seiner Umlaufbahn aus werde Omid Messungen vornehmen. Die Trägerrakete vom Typ Safir (Botschafter) war im vergangenen Jahr zweimal erprobt und von Teheran als großer Erfolg für die iranische Raumfahrtindustrie trotz internationaler Sanktionen wegen des Atomprogramms gefeiert worden.

Im August war ein iranischer Satellitentest nach US-Angaben fehlgeschlagen. Einem US-Geheimdienstvertreter zufolge versagte die Rakete schon kurz nach dem Start. Im Frühjahr hatte der Iran sein erstes Raumfahrtzentrum eröffnet und damit Ängste bei der internationalen Gemeinschaft geschürt. Die US-Regierung und andere westliche Staaten verdächtigen Teheran, mit seinem Programm zur Uran-Anreicherung den Bau von Atomwaffen anzustreben. Den westlichen Staaten zufolge könnte die Technologie zum Transport von Satelliten auch dazu verwendet werden, Atomwaffen abzufeuern. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

AFP/DPA / DPA
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