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Türkischer Präsident Erdogan hält Geburtenkontrolle für "Verrat"


Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich wieder einmal gesellschaftspolitisch geäußert: Diesmal kritisierte er die Geburtenkontrolle. Sie würde die türkische Nation "austrocknen".

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Geburtenkontrolle als "Verrat" verurteilt. Erdogan setzte aus Anlass einer Hochzeitsfeier seine Serie gesellschaftskritischer Äußerungen fort, wie die Nachrichtenagentur Dogan am Montag berichtete. Die Förderer von Geburtenkontrolle seien darauf aus, "unsere Generation auszutrocknen", sagte Erdogan. Ende November hatte er die völlige Gleichberechtigung von Mann und Frau als unnatürlich abgelehnt.

Erdogan selbst hat vier Kinder, zwei Söhne und zwei Töchter. Bei der Hochzeit eines Sohnes seines Freundes Mustafa Kefeli, eines Geschäftsmannes, sagte der türkische Präsident am Sonntag, ein oder zwei Kinder seien "nicht genug": "Eins ist gleichbedeutend mit Einsamkeit, zwei bedeutet Rivalität, drei Gleichgewicht und vier Wohlstand." Dann setzte er noch hinzu: "Um den Rest kümmert sich Gott."

Erdogan gab wiederholt pauschale gesellschaftskritische Äußerungen von sich. Seinen Appell zum Kinderkriegen verband er mit der Bemerkung, die türkische Nation müsse "stärker werden", die Türkei brauche eine "dynamischere und jüngere Bevölkerung". Bei einer Rede vor dem Frauenverband Kadim in Istanbul sagte Erdogan Ende November, eine komplette Gleichstellung der Geschlechter sei "gegen die Natur". Zudem habe der Islam für die Frau die Rolle der Mutter vorgesehen. Bei anderen Gelegenheiten verurteilte Erdogan Abtreibungen, die Pille danach und Kaiserschnitt-Operationen.

tkr/AFP AFP

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