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Robert Mugabe: Gewehre sind mächtiger als Wahlkreuze

Simbabwes Staatschef Robert Mugabe hat erstmals erklärt, dass er das Ergebnis der Stichwahl um das Präsidentenamt ignorieren wolle. In einem Interview fragt er provokant: "Wie kann ein Kugelschreiber gegen ein Gewehr bestehen?"

Eineinhalb Wochen vor der Stichwahl ums höchste Amt in Simbabwe hat Präsident Robert Mugabe seine kriegerischen Äußerungen verstärkt. Nach Angaben der Staatszeitung "The Herald" erklärte er bei einer Wahlkampfveranstaltung in Silobela erstmals, dass er das Ergebnis der Stichwahl im Fall einer Niederlage ignorieren werde. "Wir geben unser Land nicht für ein schlichtes Wahlkreuz auf - wie kann ein Kugelschreiber gegen ein Gewehr bestehen?", sagte er.

Bereits zuvor hatten mehrere ranghohe Mitglieder seiner ZANU(PF)-Partei, der Armee sowie seine Frau Grace erklärt, sie würden einen Sieg von Oppositionschef Morgan Tsvangirai nie akzeptieren.

Rechtsexperten erklärten, Mugabes Äußerungen grenzten an Hochverrat. Die Stichwahl am 27. Juni wurde nötig, da weder Mugabe noch sein Herausforderer Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erreicht hatte.

DPA / DPA