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Rückkehr des Kremlkritikers Nawalny in Moskau wie ein Volksheld empfangen


Wie ein Held ist der Blogger und Kremlkritiker Alexej Nawalny nach seiner vorläufigen Freilassung in Moskau gefeiert worden. Jetzt will der Putin-Gegner Bürgermeister der russischen Hauptstadt werden.

Wie einen Volkshelden haben Hunderte Anhänger den Kremlkritiker Alexej Nawalny nach seiner vorläufigen Freilassung bei der Rückkehr nach Moskau gefeiert. Am Samstagvormittag kam er per Nachtzug gemeinsam mit seiner Frau Julia in Moskau an. Mit lautem Jubel, Sprechchören und Blumensträußen begrüßte die Menge den 37-jährigen Anwalt nach der Ankunft aus der Stadt Kirow. Die Menge rief seinen Namen, viele hielten Blumen in den Händen und trugen T-Shirts mit "Nawalny" oder "Nawalnys Bruder" als Aufdruck. Der bekannte Blogger dankte noch auf dem Bahnhof in einer kurzen Ansprache für die Unterstützung.

"Wir sind eine starke Volksbewegung", rief Nawalny, der von seiner Frau Julia begleitet wurde. "Ich hatte nicht gedacht, dass wir so stark sind." Zugleich bestätigte Nawalny, dass er bei der Moskauer Bürgermeisterwahl am 8. September antreten werde. "Auf zur Wahl, wir werden gewinnen", versprach er. Die Menge antwortete in Sprechchören: "Nawalny ist unser Bürgermeister! Nawalny! Nawalny!"

Die Polizei sperrte den Jaroslawler Bahnhof im Zentrum der russischen Hauptstadt ab, auch Mitglieder der Anti-Terror-Einheit Omon waren im Einsatz. Zuvor hatte ein anonymer Anrufer angeblich vor einer Bombe im Bahnhof gewarnt.

Die Bürgermeisterwahl findet am 8. September statt. Am Mittwoch war Nawalny als Kandidat zugelassen worden. Am Donnerstag allerdings verurteilte ihn ein Gericht im russischen Kirow in einem umstrittenen Prozess wegen Veruntreuung zu fünf Jahren Lagerhaft. Am Freitag entließ ihn ein Gericht vorläufig wieder unter Auflagen, damit er an der Bürgermeisterwahl teilnehmen kann.

Bei seiner Rückkehr nach Moskau forderte der Oppositionspolitiker auch Freiheit für politische Gefangene wie den Ex-Ölmanager Michail Chodorkowski und die Pussy-Riot-Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina.

kmi/DPA/AFP DPA

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