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Sarkozy verliert bei Regionalwahlen: Herrschaft der Konservativen im Elsass und auf Korsika gefährdet

Nach dem ersten Durchgang bei der französischen Regionalwahl muss die konservative Regierungspartei UMP von Präsident Nicolas Sarkozy auch um ihre letzten Bastionen bangen. Sowohl im Elsass als auf Korsika könnten bei der zweiten Runde am kommenden Sonntag linke Listen die bisher regierenden Konservativen ablösen.

Nach dem ersten Durchgang bei der französischen Regionalwahl muss die konservative Regierungspartei UMP von Präsident Nicolas Sarkozy auch um ihre letzten Bastionen bangen. Sowohl im Elsass als auf Korsika könnten bei der zweiten Runde am kommenden Sonntag linke Listen die bisher regierenden Konservativen ablösen. Das Elsass und Korsika sind die einzigen der 26 französischen Regionen, in denen sich die UMP bei der vorangegangenen Regionalwahl 2004 behaupten konnte.

Im Elsass erzielte der UMP-Kandidat Philippe Richert mit fast 35 Prozent der Stimmen mit Abstand das beste Ergebnis. Die Sozialistische Partei (PS) brachte es nur auf knapp 19 Prozent. Sie kann aber auf die Unterstützung der Grünen rechnen, deren Liste "Europe Ecologie Alsace" mehr als 15 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. PS und Grüne hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie für die zweite Runde eine gemeinsame Liste bilden wollen.

Verringert werden die Chancen der UMP zudem durch das gute Abschneiden der Rechtsextremen Front National (FN) und ihres regionalen Ablegers "Alsace d'Abord" ("Das Elsass zuerst"), die in der Grenzregion zusammen 18,5 Prozent der Stimmen erhielten. Der FN-Spitzenkandidat Patrick Binder geht bei der zweiten Runde ebenfalls ins Rennen.

Auf Korsika erzielte die UMP mit über 21 Prozent ebenfalls das beste Ergebnis. Beim zweiten Durchgang könnten die Konservativen aber von einer Allianz aus vier Linksparteien geschlagen werden, die es zusammen auf 40 Prozent der Stimmen brachten. Sie wollen im Laufe der Woche entscheiden, ob sie für kommenden Sonntag eine gemeinsame Liste bilden. Die für mehr Autonomie kämpfenden korsischen Nationalisten waren mit zwei Listen angetreten. Sie schafften zusammen das Rekordergebnis von beinahe 28 Prozent der Stimmen - fast doppelt so viele wie vor sechs Jahren. Auch sie wollen in den nächsten Tagen über ein Bündnis verhandeln.

AFP / AFP