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Nicht an Corona-Empfehlung gehalten Schwedens oberster Katastrophenschützer wegen Kanaren-Reise zurückgetreten

Nach einer Kanaren-Reise zurückgetreten: Dan Eliasson, Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde
Nach einer Kanaren-Reise zurückgetreten: Dan Eliasson, Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde
© Jonathan NACKSTRAND / AFP
Weil er über die Weihnachtsfeiertage eine Reise auf die Kanaren gemacht hat, geriet der Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde, Dan Eliasson, in die Kritik. Am Mittwoch reichte er seinen Rücktritt ein. Auch Regierungsmitglieder wurden wegen ähnlicher Vorwürfe kritisiert.

Nach heftiger Kritik an seiner Weihnachtsreise auf die Kanarischen Inseln in Pandemie-Zeiten ist der Leiter der schwedischen Katastrophenschutzbehörde zurückgetreten. Dan Eliasson reichte nach eigenen Angaben am Mittwoch seinen Rücktritt ein. Der Beamte hatte zwar nicht gegen die gesetzlichen Vorgaben verstoßen, hielt sich allerdings nicht an die Empfehlungen der Regierung. Diese hatte die Menschen aufgefordert, während der Feiertage auf alle Reisen bis auf "notwendige" Trips zu verzichten.      

Eliasson war in die Kritik geraten, nachdem die Boulevardzeitung "Expressen" seine Reise auf die Kanaren enthüllte, wo seine Tochter lebt. Eliasson, dessen Behörde an der Bewältigung der Coronakrise in Schweden beteiligt ist, verteidigte sich zunächst mit der Erklärung, dass er während der Pandemie auf viele Reisen verzichtet habe, diese aber für ihn "notwendig" gewesen sei. Dennoch hielt die Empörung an.

Schwedens Regierungschef beim Einkaufen gesichtet   

Rund um die Feiertage hatten sich auch andere schwedische Politiker nicht an die eigenen Corona-Empfehlungen gehalten. So wurde Ministerpräsident Stefan Lövfen bei zwei Gelegenheiten beim Einkaufen in Stockholm gesehen. 

Nach Kritik sagte Löfven dem schwedischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen SVT: "Ich habe noch nie etwas im Internet bestellt. Ich gehöre womöglich zu dieser Generation." Er könne es aber "voll und ganz" verstehen, wenn andere sein Verhalten seltsam fänden. Gleichzeitig sagte er, dass er sich an die Empfehlungen der Behörden halte. So habe er Besuche von Geschäften und Restaurants reduziert und halte Abstand zu anderen Menschen.

Neben Löfven wurde auch Justizministerin Morgan Johansson beim Einkaufen während der Festtage gesichtet, obwohl die Empfehlung lautete, Geschäfte, Einkaufszentren und öffentliche Verkehrsmittel zu meiden, wenn der Andrang groß ist.     

Schweden verfolgt in der Pandemie eine andere Strategie als der Rest Europas: Das Land sieht von strikten Beschränkungen weitestgehend ab, sondern setzt auf Empfehlungen für die Bevölkerung. Im Gegensatz zu seinen nordischen Nachbarn verzeichnet Schweden weit mehr Corona-Tote. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist im Herbst deutlich gestiegen. 

rw AFP

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