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Sichuan: Kraftwerke, Kornkammer und Pandabären

Die Provinz Sichuan (oder Sezuan) ist eine der wirtschaftlich stärksten Provinzen Chinas. Rund 87 Milllionen Menschen leben in dem Gebiet, das deutlich größer als Deutschland ist.

Mit 87 Millionen Einwohnern ist Sichuan von der Bevölkerungszahl her die drittgrößte Provinz Chinas. Sie hat eine Fläche von etwa 485.000 Quadratkilometern und ist damit deutlich größer als Deutschland (357 000 Quadratkilometer). Die Hauptstadt Chengdu zählt elf Millionen Einwohner. Traditionell gilt Sichuan als Kornkammer Chinas. Die heutigen Grenzen der Provinz umfassen auch vorwiegend von Tibetern bewohnte Gebiete im Westen des Landes.

Im Becken von Sichuan, einem vom Jangtse durchflossenen Hügelland, herrscht ein subtropisches Klima. Hier werden Bodenschätze abgebaut und Landwirtschaft betrieben. Außerdem verfügt die Region über ein schnell wachsendes Netz von Wasserkraftwerken und natürliche Gasvorkommen. Zudem befindet sich in Sichuan eines der bedeutendsten Panda-Naturreservate, das von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt ist. Es beheimatet fast ein Drittel der weltweiten Population des bedrohten Großen Pandas.

Im Jahr 2007 ist Sichuan unter die fünf Provinzen Chinas aufgerückt, die ein Bruttosozialprodukt von mehr als 100 Milliarden Euro erwirtschafteten. In den vergangenen Jahren ist die Wirtschaft der Provinz nach Angaben des Deutschen Generalkonsulats in Chengdu um 15 Prozent jährlich gewachsen und damit überdurchschnittlich schnell im Vergleich zum gesamtchinesischen Wachstum. Mittlerweile wird der Großteil der Wirtschaftsleistung in der Automobilindustrie, in High Tech und IT-Bereich, in der Pharmazie und Medizin sowie im Chemie- und Bauwesen erbracht.