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Stammeskonflikte im Südsudan: UN-Mission berichtet von 600 Toten

Im Südsudan, der erst vor kurzem in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen wurde, sind laut UN mindestens 600 Menschen bei Stammeskämpfen getötet worden. Ein Aufklärungsteam der Vereinten Nationen soll sich jetzt ein Bild von der Lage machen.

Bei Kämpfen zwischen rivalisierenden Stämmen sind im Südsudan nach Angaben der örtlichen UN-Mission mindestens 600 Menschen getötet worden. Seit dem Beginn der Zusammenstöße im Bundesstaat Jonglei am vergangenen Donnerstag seien zudem fast tausend Menschen verletzt und fast 200 verschleppt worden, sagte der UN-Sprecher Farhan Haq am Montag. Ein UN-Team wurde in den an Äthiopien grenzenden Bundesstaat im Osten des Landes entsandt. Die Leiterin der UN-Mission im Südsudan, Hilde Johnson, rief zu Zurückhaltung auf. Der Gouverneur von Jonglei, Kuol Manyang Juuk hatte am Freitag gesagt, die Kämpfe hätten in dem Teilstaat Bier begonnen. Wegen der Kämpfe, die vermutlich durch einen Streit um Viehherden ausgelöst wurden, seien mehr als 250.000 Bewohner in dem Bezirk Uror im Bundesstaat Jonglei auf der Flucht. Mitglieder des Murle-Stammes würden verdächtigt, fünf Dörfer des Lou-Nuer-Stammes in Bier angegriffen, Vieh geraubt und Frauen und Kinder entführt zu haben.

"Dieser Kreislauf der Gewalt muss aufhören", erklärte die UN-Sondergesandte für den Südsudan, Hilde Johnson. "Ich fordere beide Seiten in diesem tragischen Konflikt zur Zurückhaltung auf. Bemühungen für eine Versöhnung werden jetzt dringend benötigt."

Der Südsudan hatte gemäß eines Friedensabkommens und des daraus resultierenden Referendums im Juli seine Unabhängigkeit vom Norden erklärt. Die Teilung des größten Landes auf dem afrikanischen Kontinent nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg in einen vornehmlich muslimischen Norden und einen christlichen und animistischen Süden war in einem Referendum Anfang des Jahres beschlossen worden. Seitdem haben Diplomaten aber ihre Sorge geäußert über interne Konflikte und wachsende Spannungen mit Khartum.

tmm/AFP/Reuters / Reuters
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