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Ermittlungen Staatsanwälte: Klare Hinweise, dass Randalierer im Kapitol Mord an Kongressmitgliedern planten

Sehen Sie im Video: Probe für Joe Bidens Amtseinführung wegen Sicherheitsbedenken verschoben.




Eine Probe für die Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Joe Biden ist einem Medienbericht zufolge wegen Sicherheitsbedenken verschoben worden. Sie sei von Sonntag auf Montag verlegt worden, wie "Politico" am späten Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf zwei Personen mit Kenntnis der Entscheidung berichtete. Bidens Team hat demnach auch eine für Montag geplante Zugfahrt von seinem Heimatort Wilmington in die Hauptstadt wegen erhöhter Sicherheitsbedenken abgesagt. Biden wird am 20. Januar in sein Amt eingeführt. Sein Team reagierte nicht sofort auf eine Reuters-Anfrage für eine Stellungnahme zu dem Bericht. Sicherheitskreise hatten zuletzt vor Plänen für bewaffnete Proteste in Washington und allen 50 Bundesstaaten gewarnt. Die Warnungen folgen auf den Angriff von Anhängern des scheidenden Präsidenten Donald Trump auf das US-Kapitol, bei dem in der vergangenen Woche fünf Menschen getötet wurden. Trump, der die Gültigkeit von Bidens Sieg infrage gestellt hat, ohne Beweise vorzulegen, lobte zunächst seine Anhänger, verurteilte aber später die Gewalt. Vizepräsident Mike Pence besuchte am Donnerstag die Einsatzkräfte am Kapitol. "Wir werden dem amerikanischen Volk eine sichere Amtseinführung liefern. Wir werden den neuen Präsidenten und die neue Vizepräsidentin vereidigen. Wir werden diese Nation nach vorne bringen, okay?" In einer Runde des Ministeriums für Innere Sicherheit sagte er: "Der gewählte Präsident Biden und die gewählte Vizepräsidentin Harris werden in einer Weise vereidigt werden, die mit unserer Geschichte und unseren Traditionen übereinstimmt, in einer Weise, die dem amerikanischen Volk und den Vereinigten Staaten alle Ehre macht." Die Amtseinführung eines Präsidenten zieht traditionell Hunderttausende von Besuchern nach Washington, doch soll sie diesmal wegen der Corona-Pandemie in kleinerem Rahmen stattfinden.
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Die Ermittlungen zum Sturm aufs Kapitol bringen immer neue brisante Details ans Licht. Demnach liegen nun eindeutige Hinweise vor, dass die Ermordung von Mitgliedern des Kongresses geplant war. Im Mittelpunkt des Verdachts: der "QAnon-Schamane".

Anhänger von US-Präsident Donald Trump haben jüngsten Justizangaben zufolge bei ihrer Erstürmung des Kapitols in der vergangenen Woche auch geplant, "gewählte Vertreter" im Kongress "gefangen zu nehmen und zu ermorden". In einem Antrag zur Festnahme des an der Erstürmung beteiligten Verschwörungsideologen Jacob Anthony Chansley erklärten Staatsanwälte des US-Justizministeriums am Donnerstagabend, es gebe "deutliche Hinweise" darauf, darunter "Chansleys eigene Worte und Handlungen im Kapitol".

Demnach hinterließ der als Schamane mit Büffelhörnern verkleidete und in den US-Farben geschminkte Anhänger der ultrarechten Verschwörungsbewegung QAnon auf dem Podest in der Senatskammer, auf dem kurz zuvor Vize-Präsident Mike Pence gestanden hatte, eine Notiz mit den Worten: "Es ist nur eine Frage der Zeit, Gerechtigkeit wird kommen."

Anklage gegen mehrere Randalierer erhoben

Das FBI hat nach der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols am 6. Januar Ermittlungen aufgenommen. Gegen mehrere Beteiligte wurde bereits Anklage erhoben, darunter gegen Chansley, einen 56-jährigen Mann, der wegen seines T-Shirts mit der Aufschrift "Camp Auschwitz" für Entsetzen gesorgt hatte, einen weiteren Mann mit Konföderierten-Flagge und den Goldmedaillen-Gewinner im Schwimmen, Kete Keller.

Chansley sollte noch an diesem Freitag vor Gericht erscheinen. Die Staatsanwälte fordern nun "wegen ernstzunehmender Fluchtgefahr" seine Festnahme. Zudem stelle der 33-jährige Dauer-Drogenkonsument wegen mutmaßlicher psychischer Probleme eine "Gefahr für die Allgemeinheit" dar. So habe er unter anderem bekundet, dass er ein "Alien" sei, "ein höheres Wesen", dessen Aufgabe es sei, zu einer "anderen Wirklichkeit aufzusteigen".

Washington vor Inauguration schon abgeriegelt

Aus Sorge, die Amtseinführung von Trumps Nachfolger Joe Biden am kommenden Mittwoch könnte zu neuer Gewalt durch Anhänger des abgewählten Präsidenten führen, ist das Zentrum Washingtons bereits jetzt abgeriegelt. Mehr als 20.000 Mitglieder der Nationalgarde sollen für Sicherheit sorgen.


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