Sudan Darfur-Friedensgespräche ergebnislos vertagt


Die Friedensgespräche zwischen Rebellen und sudanesischer Regierung für die Krisenprovinz Darfur sind am Freitag in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ohne ein Abkommen vertagt worden.

Wie der britischen Sender BBC berichtete, sollen die Gespräche im Oktober wieder aufgenommen werden. Die Rebellen hätten sich geweigert ein Abkommen zu unterzeichnen, das den Hilfsorganisationen einen besseren Zugang zu der westsudanesischen Region gegeben hätte. Die Rebellen argumentierten, dass Sicherheitsfragen nicht gelöst worden seien.

Vierwöchige Gespräche ohne Resultat

Die Gespräche in Abuja hatten vier Wochen gedauert. Sie steckten bereits seit zwei Wochen in der Sackgasse. Die Regierung in Khartum beschuldigt die Rebellen, den Konflikt begonnen zu haben. Die Rebellen machen die arabischen Dschandschawid-Milizen für grausame Menschenrechtsverletzungen verantwortlich und verlangen, dass diese Milizen zuerst ihre Waffen niederlegen. Die sudanesische Regierung bestreitet die Unterstützung der Milizen.

Die Mitglieder des Weltsicherheitsrates in New York bemühten sich am Freitag intensiv um eine neue Resolution, die Sudan zur Beilegung des Darfur-Konflikts bewegen soll. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte den Rat zuvor in einem ungewöhnlich scharfen Appell aufgefordert, sich "ohne Verzug" zu einigen. Er selbst beeile sich, Experten für die geplante Kommission zur Untersuchung eines möglichen Völkermordes in Darfur zu finden.

USA gehen von Völkermord aus

Die USA, die im Gegensatz zu den anderen 14 Mitgliedern des Gremiums von einem Völkermord in der Provinz ausgehen, haben einen neuen Entschließungsentwurf vorgelegt, den zweiten innerhalb von 48 Stunden. Er soll vor allem chinesischen Bedenken Rechnung tragen.

Peking stößt sich an der Androhung von Strafmaßnahmen gegen Sudan und hat ein Veto angedroht. Nach der persönlichen Intervention Annans können die Chinesen möglicherweise nicht mehr an ihrem Veto-Plan festhalten. "Kofi Annan hat das chinesische Veto im Prinzip abgewürgt", sagte ein europäischer Diplomat der "New York Times". Unsicher blieb Russlands Position. Wegen der Verhandlungen wird nach Einschätzung des amerikanischen UN-Botschafters John Danforth möglicherweise erst am Samstagnachmittag (Ortszeit) abgestimmt.

Lager sind wie Gefängnisse

Derweil kritisierte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) die Sicherheitslage in den Flüchtlingslagern in Darfur. "Die Lager sind wie Gefängnisse", sagte ai-Generalsekretärin Irene Khan der BBC. Die Menschen könnten die Lager kaum verlassen, weil sie Angst vor Angriffen hätten. (dpa)


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