Südafrika Zuma kurz vor neuem Triumph

Ansturm bei der Wahl in Südafrika. Erst am frühen Donnerstagmorgen haben die letzten Wahllokale aufgrund des großen Andrangs geschlossen. Die meisten Stimmen sind inzwischen ausgezählt. Der große Favorit Jacob Zuma und seine Partei ANC kommen ihrem Wahlziel näher.

Südafrikas Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) mit seinem umstrittenen Vorsitzenden Jacob Zuma steht vor einem weiteren klaren Wahlsieg. Die Partei führte am Donnerstag nach Auszählung von 69 Prozent der Wahllokale mit 66 Prozent der Stimmen und würde damit knapp die Zwei-Drittel-Mehrheit halten. Damit gilt die Wahl Zumas im Parlament zum neuen Präsidenten als sicher. Zuma sah sich zuletzt unter anderem Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.

Überraschend gut schnitt auch die Demokratische Allianz (DA) der deutschstämmigen Kapstädter Bürgermeisterin Helen Zille nach diesen Teilergebnissen ab: Ihre Partei kam auf 17 Prozent der Stimmen. Zille hatte bisher vorrangig Zulauf aus der weißen Bevölkerung, konnte diesmal aber zunehmend auch Farbige hinter sich bringen. Der vor einem halben Jahr von enttäuschten ANC-Abweichlern gegründete Volkskongress (COPE) kam nach dieser Auszählung dagegen nur auf 8 Prozent der Stimmen. In Prognosen war erwartet worden, dass sich diese Neugründung mit zweistelligen Prozentzahlen als drittstärkste Kraft hinter der DA etablieren würde.

Die letzten der 19.000 Wahllokale hatten erst Donnerstagmorgen geschlossen. Die als richtungsweisend angesehene vierte demokratische Wahl Südafrikas war am Vortag von großem Wählerandrang in Afrikas bedeutendster Industrienation geprägt. Phasenweise waren die Stimmzettel ausgegangen. Insgesamt waren 23 Millionen Wähler registriert. Die Teilergebnisse sind noch vorläufig und können sich ändern, wenn die großen Townships ausgezählt werden. Das offizielle Ergebnis wird frühestens am Freitagabend erwartet. Die hohe Beteiligung an der Wahl werteten Politiker aller Parteien als Beleg für das Funktionieren der jungen Demokratie am Kap.

Mord an Cope-Politiker

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stand die Kontroverse um ANC-Chef Jacob Zuma. Erst zwei Wochen vor der Wahl hatte die Generalstaatsanwaltschaft ein Korruptionsverfahren gegen ihn eingestellt. Die Vorsitzende der Oppositionspartei Demokratische Allianz (DA), Helen Zille, bezeichnete Zuma am Mittwochabend als eine "Ein-Mann-Verfassungszerstörungsmaschine."

Überschattet wurde die Wahl von einem Mord an einem prominenten Cope-Mitglied in Butterworth nahe Port Elizabeth. Die Partei vermutet politische Motive hinter der Bluttat.

DPA/AP AP DPA

Mehr zum Thema



Newsticker