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Syrien Rebellenkommando verwüstet regimetreuen TV-Sender


Die Aufständischen greifen nach den Zentren der Macht. Bei einem Angriff auf einen Pro-Regime-Fernsehsender gab es dabei sieben Tote.

Aufständische haben am Mittwoch in Syrien einen regimenahen privaten Fernsehsender bei Damaskus angegriffen und dabei mindestens sieben TV-Mitarbeiter getötet. Weitere Angestellte seien verletzt oder von den Angreifern verschleppt worden, sagte der syrische Informationsminister Omran al Subi im Staatsfernsehen.

Das syrische Staatsfernsehen zeigte Bilder von den verwüsteten Studios des regimetreuen Nachrichtenkanals Al Ichbarija. "Die Terroristen stürmten das Gebäude, legten Sprengsätze in den Studios und detonierten sie", sagte Informationsminister Al-Subi. Der private Sender folgt politisch der Linie des Regimes. Ein Sprecher der syrischen Opposition in Damaskus sagte dem arabische Fernsehsender Al Dschasira, bei den Angreifern habe es sich um Überläufer aus den Reihen der Republikanischen Garden gehandelt. Von unabhängiger Seite ließ sich die Information zunächst nicht überprüfen.

Die Eliteeinheit gilt als Prätorianergarde des Assad-Clans. In den letzten Tagen hatten die Aufständischen erstmals Kasernen der Republikanischen Garden im Umland von Damaskus angegriffen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich daraufhin einige Angehörige dieser Einheiten den Rebellen anschlossen. Der Zwischenfall am Rand der syrischen Hauptstadt zeigt nach Ansicht von Beobachtern, dass das Regime die Kontrolle zunehmend auch über eigene Schlüsselinstitutionen verliert.

Assad wähnt sich im "echten Krieg"

In einer Rede am späten Dienstagabend hatte der bedrängte Präsident erklärt, das Land stehe "in einem echten Krieg". Es würden aber alle Anstrengungen unternommen, "diesen Krieg zu gewinnen", sagte Assad bei der Vereidigung eines neuen Kabinetts, das weiterhin mit loyalen Parteigängern besetzt ist. "Offenbar haben wir nur mit dem Westen Probleme, die Mehrheit der Welt will Beziehungen mit uns haben", fügte er hinzu.

Bei Kämpfen in der nordöstlichen Provinz Deir as-Saur wurden am Mittwoch zehn Regierungssoldaten getötet, berichteten syrische Aktivisten. 15 weitere Soldaten seien in dieser Region zu den Aufständischen übergelaufen.

ivi/DPA DPA

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