Hungerkrise

Artikel zu: Hungerkrise

Frau und Kind in Afghanistan

UNO: Hungerkrise in Afghanistan trifft vor allem Frauen und Kinder

Die sich verschärfende Hungerkrise in Afghanistan trifft nach UN-Angaben Frauen und Kinder besonders hart. Wegen ausbleibender Hilfslieferungen würden im laufenden Jahr "fünf Millionen Frauen und Kinder an akuter, lebensbedrohlicher Mangelernährung leiden", sagte der für das von den Taliban beherrschte Land zuständige Direktor des Welternährungsprogramms (WFP), John Aylieff, der Nachrichtenagentur AFP. "Fast vier Millionen Kinder in diesem Land werden eine Behandlung gegen Mangelernährung benötigen."
Video: Welthungerhilfe: Ukraine-Krieg Brandbeschleuniger bei Hungerkrisen

Video Welthungerhilfe: Ukraine-Krieg Brandbeschleuniger bei Hungerkrisen

STORY: Die Welthungerhilfe befürchtet wegen explodierender Nahrungsmittelpreise und vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges eine steigende Zahl von Unterernährten auf der Welt. Angesichts eines auch von Klimawandel und zunehmenden Dürreperioden befeuerten Trends zum Anstieg der Zahl von Hungernden weltweit wirke "der russische Angriffskrieg auf die Ukraine wie ein erneuter Brandbeschleuniger", warnte Welthungerhilfe-Präsidentin Marlehn Thieme am Dienstag vor der Presse. "Die Nahrungsmittel und Treibstoffpreise steigen, ebenso die Preise für die Düngemittel. Uns erreichen aus unseren 36 Projektländern verzweifelte Hilferufe. Von Afghanistan bis Simbabwe kämpfen die Menschen mit stark steigenden Nahrungsmittelpreisen." Die von der UN-Welternährungsorganisation jüngst bereitgestellten Zahlen stellten einen Weckruf an die gesamte Welt dar, sagte Thieme. Die Gefechte in der Ukraine, die als eine der Kornkammern der Welt gilt, würden nun die Lage verschärfen. Die Erntesaison hat dort begonnen. "Wir sehen schon, dass es nur Zweidrittel der Flächen sind, die überhaupt abgeerntet werden können. Das wird sicherlich einen großen Einbruch darstellen. Aber wir können noch nicht sagen, in welcher Größenordnung. Werden es 50 Millionen Menschen mehr, die hungern werden? Weil wir letztendlich auch nicht wissen, wie die Märkte reagieren." Global seien nach jüngsten Zahlen der Vereinten Nationen bereits 828 Millionen Menschen chronisch unterernährt. Das heißt: Ihnen steht seit mindestens einem Jahr nicht ausreichend Ernährung zur Verfügung.
Video: Özdemir: Kooperation zur Bekämpfung von globaler Hungerkrise

Video Özdemir: Kooperation zur Bekämpfung von globaler Hungerkrise

STORY: O-TON BUNDESLANDWIRTSCHAFTSMINISTER CEM ÖZDEMIR (GRÜNE) "Wir müssen auch deutlich machen, kein Geld der Welt alleine wird reichen, den Hunger in der Welt nachhaltig zu bekämpfen und die Ernährung der Menschen zu sichern. Deshalb müssen absolut unverzichtbare Bausteine die Transformation hin zu einer nachhaltigen Agrar- und Ernährungspolitik. Daher ist für mich klar: Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik ist immer auch Sicherheitspolitik. Deshalb ist es jetzt wichtig, die globale Versorgung zu stärken, ohne gleichzeitig andere Krisen wie die Klimakatastrophe, das Artensterben noch zu befeuern. Wir wissen, der Hunger ist am größten, wo die Klimakrise bereits ungebremst entfesselt zuschlägt.” // "Wir sind gemessen an den fünf Millionen Tonnen, die wir pro Monat vor dem Krieg hatten, mittlerweile im Mai bei 1,7 Millionen Tonnen angelangt, über die Donau, über die Landwege. Wahrscheinlich kriegt man das noch mal gesteigert, aber das geht einher damit, dass es dafür eine natürliche Grenze gibt, erstens. Zweitens, es erhöht die Preise immens. Drittens, es hat Konsequenzen für die Preise in den Nachbarländern. Das heißt, die Nachbarländer alleine und die Ukraine werden das nicht gestemmt bekommen. Darum wollen wir den heutigen Tag auch nutzen, um über das Thema permanente Alternativroute für Getreide aus der Ukraine zu reden. Dafür brauchen wir die Kommission. Dafür brauchen wir auch die transatlantischen Partner. Dafür brauchen wir die anderen Freunde in der EU, um Nadelöhre zu vermeiden. Vielen Dank.”
Wladimir Putin (r.) trifft AU-Präsident Macky Sall zum Austausch über Getreideexporte.

Hunger als Kriegswaffe Russlands Getreidestopp sorgt für Hungersnot in Afrika – ein Treffen von Putin zeigt die gefährliche Abhängigkeit

Nirgendwo sind die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs deutlicher zu spüren als in Afrika. Um die Hungerkrise zu stoppen, bittet Senegals Präsident Putin persönlich, wieder Getreide zu liefern. Ein Treffen, das symbolhaft für die Abhängigkeiten in einer globalisierten Welt steht.