Pabst Benedikt XVI. "Hunger ist das grausamste und konkreteste Zeichen von Armut"


Papst Benedikt XVI. hat die Weltgemeinschaft zur Verantwortung im Kampf gegen die sich verschärfende Hungerkrise und zur Solidarität mit den ärmsten Ländern der Erde aufgerufen. "Hunger ist das grausamste und konkreteste Zeichen von Armut", sagte Benedikt am Montag auf dem UN-Welternährungsgipfel in Rom.

Papst Benedikt XVI. hat die Weltgemeinschaft zur Verantwortung im Kampf gegen die sich verschärfende Hungerkrise und zur Solidarität mit den ärmsten Ländern der Erde aufgerufen. "Hunger ist das grausamste und konkreteste Zeichen von Armut", sagte Benedikt am Montag auf dem UN-Welternährungsgipfel in Rom.

"Es ist unmöglich, weiterhin den Überfluss und die Verschwendung zu akzeptieren, während das Hunger-Drama immer größere Ausmaße annimmt", mahnte der Papst, der erstmals vor der Organisation für UN-Ernährung und Landwirtschaft (FAO) sprach. Er sicherte die Hilfe der katholischen Kirche in einem Kampf zu, der keine Verzögerungen und Kompromisse erlaube.

Benedikt wandte sich dabei scharf gegen Agrarsubventionen, die den Markt zulasten der armen Länder verzerrten, und verurteilte den "Egoismus", mit Getreide so wie mit anderen Waren zu spekulieren. "Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, mit den Werkzeugen der Zusammenarbeit zu antworten". Die derzeitigen Mechanismen der weltweiten Nahrungsmittelsicherung seien allerdings zu schwach und müssten deshalb überdacht werden, verlangte das Kirchenoberhaupt.

Der UN-Gipfel mit mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sucht in Rom nach Mitteln gegen die weltweite Hungerkrise. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte die Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen entscheidend auch für den Kampf gegen Hunger. Das Vorgehen gegen den Klimawandel und Nahrungsmittelsicherheit hingen miteinander zusammen.

Auf dem dreitägigen Gipfel in Rom geht es um einen verstärkten finanziellen Einsatz und um neue Strategien. Eine Milliarde Menschen hungern nach FAO-Schätzungen. FAO-Chef Jacques Diouf hatte das Ziel abgesteckt, dass die Regierungen jährlich 44 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) bereitstellen, um die Agrarproduktion vor allem in armen Ländern anzukurbeln und den Millionen Kleinbauern zu helfen.

DPA DPA

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