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Weniger Hinrichtungen in den USA: Gegen den Willen des Gouverneurs: New Hampshire schafft als 21. US-Staat die Todesstrafe ab

In den USA verzichten seit Jahren immer mehr Bundesstaaten auf Hinrichtungen. Auch New Hampshire hat die Todesstrafe jetzt abgeschafft - obwohl der Gouverneur das verhindern wollte.

Demonstranten protestieren in Concord, der Hauptstadt des US-Bundesstaates New Hampshire, gegen die Todesstrafe

Demonstranten protestieren vor der Senatskammer in Concord, der Hauptstadt des US-Bundesstaates New Hampshire, gegen die Todesstrafe

DPA

Der kleine US-Ostküstenstaat New Hampshire hat als 21. der 50 amerikanischen Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft. Nach dem Abgeordnetenhaus überstimmte auch der Senat ein entsprechendes Veto des republikanischen Gouverneurs Chris Sununu mit ausreichender Mehrheit. Die neue Regelung ersetzt die Todesstrafe durch eine lebenslange Haftstrafe ohne die Möglichkeit einer Entlassung auf Bewährung.

Die Diskussion in New Hampshire war weitgehend theoretisch, da dort seit 1939 keine Hinrichtungen mehr durchgeführt wurden, wie die "Washington Post" berichtet. Frühere Versuche aus den Jahren 2000 und 2018, die Todesstrafe abzuschaffen, hatten die Gouverneure des Bundesstaates aber erfolgreich blockiert.

Insgesamt sitzen in den Todeszellen in den USA mehr als 2500 Häftlinge, die auf die Vollstreckung ihrer Urteile warten. Viele von ihnen werden jedoch nie hingerichtet werden, weil einige Bundesstaaten etwa Moratorien verhängt haben.

Todesstrafe immer seltener vollstreckt

Das Hinrichtungsverbot von New Hampshire ist Teil eines größeren Trends. Immer mehr US-Bundesstaaten haben sich in den vergangenen Jahren von der Todesstrafe abgewendet. Nach Angaben des unabhängigen "Death Penalty Information Center" war 2018 das vierte Jahr in Folge, in dem es landesweit weniger als 30 Hinrichtungen gab. Von den 28 Exekutierten seien 13 in Texas hingerichtet worden. In den letzten 20 Jahren ist die Tendenz insgesamt stark rückläufig. Laut der US-Nachrichtenseite "Vox" zeigen Umfragen, dass die Unterstützung für die Todesstrafe in den USA von 80 Prozent im Jahr 1994 auf 56 Prozent im Jahr 2018 zurückgegangen ist.

In 29 Staaten ist die Todesstrafe aber weiterhin eine mögliche Bestrafung und einige, darunter Texas, Florida, Alabama und Georgia, praktizieren sie auch regelmäßig; So wurde vergangene Woche in Florida der 65 Jahre alte Serienmörder und Vergewaltiger Robert Long 34 Jahre nach seiner Verurteilung hingerichtet. Für viele Bundesstaaten sind Todesurteile nach Angaben von "Vox" aber mittlerweile quasi sinnlos geworden, weil deren Gouverneure gelobt haben, sie zu blockieren oder Gerichte sie für verfassungswidrig erklärt haben.

Quellen: "Washington Post", "Vox", DPA

mad