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Trotz Bürgerkrieg in Syrien: Assad lässt sich zum Präsidenten wählen

In Syrien findet die Präsidentschaftswahl statt - unter massiven Sicherheitsbedingungen und ohne ernsthafte Konkurrenten für Staatschef Assad. Der Nato-Generalsekretär nennt die Wahl eine "Farce".

Unter massiven Sicherheitsbedingungen haben im Bürgerkriegsland Syrien die umstrittenen Präsidentenwahlen begonnen. Das syrische Staatsfernsehen zeigte am Morgen Bilder von Anhängern des Staatschefs Baschar al-Assad.

Sie trugen Fotos des Präsidenten bei sich, als sie vor den Wahllokalen auf die Stimmabgabe warteten. "Ich wähle die Stimme Syriens - Baschar al-Assad", rief ein Wähler. Abgestimmt wird nur dort, wo die Regierungstruppen die Kontrolle haben. Das sind neben Damaskus und der Küstenregion vor allem die größeren Städte.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen kritisierte die Wahl. "Die syrische Präsidentschaftswahl ist eine Farce, die internationale Standards für freie, faire und transparente Wahlen nicht erfüllt", sagte er am Rande eines Treffens der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. "Und ich bin sicher, dass keiner der Alliierten das Ergebnis dieser sogenannten Wahlen anerkennen wird."

Es wäre die dritte Amtszeit für Assad

Gegen den Staatschef treten erstmals Kandidaten an - doch die beiden Mitbewerber, der kommunistische Abgeordnete Maher al-Hadschar und Ex-Staatsminister Hassan al-Nuri, sind weitgehend unbekannt und gelten als chancenlos. Prominente Oppositionelle waren faktisch ausgeschlossen, da die meisten von ihnen im Kampf gegen die Regierung stehen oder im Exil leben.

Viele der offiziell rund 15,8 Millionen Wahlberechtigten dürften wenig Möglichkeiten haben, zu einem der 9601 Wahllokale zu gelangen. Nach UN-Angaben sind mehr als 40 Prozent der gut 22 Millionen Syrer im In- und Ausland auf der Flucht.

Für Assad, der im Sommer 2000 Präsident wurde, wäre es die dritte Amtszeit. Der Aufstand gegen seine Regierung hat im Arabischen Frühling 2011 begonnen und inzwischen Aktivisten zufolge mehr als 160.000 Menschen das Leben gekostet.

car/DPA/AFP / DPA