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Trotz Vulgär-Video: Warum die Republikaner Trump jetzt nicht mehr loswerden

Mit schockierenden Aussagen zu sexuellen Übergriffen hat sich Donald Trump wieder mal unmöglich gemacht. Auch Republikaner distanzieren sich reihenweise. Los werden sie ihren Präsidentschaftskandidat aber nicht mehr so einfach.

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Nach seinem Schock-Video steht Donald Trump im Auge des Shitstorms. Zurücktreten will er aber nicht.

Er küsse Frauen, ohne zu fragen, begrapsche sie einfach. Wenn man ein Promi sei, würden sie sich nicht wehren. So prahlt Trump in Videoaufnahmen von 2005. Auch dass er seine Frau betrogen hat, gibt er dort zu. Die Entschuldigung kam zwar schnell, da war der Shitstorm aber schon in vollem Gange. Selbst die Führung der US-Republikaner geht mittlerweile auf Distanz zu ihrem rabiaten Präsidentschaftskandidaten. Und steckt nun in einem Dilemma. Denn los werden die Reps Trump nun wohl nicht mehr.

Dafür sorgen die Regeln der Partei für die Nominierung der eigenen Kandidaten. Hat sie erstmal einen in den Ring geschickt, also diesmal Donald Trump, kann sie ihn nur noch bei einem Ausfall ersetzen, durch Rücktritt, Tod oder "andernfalls". So steht es in Regel 9 der Parteistatuten. Einen Kandidaten rauszuwerfen, ist schlicht nicht vorgesehen. Trotzdem prüfen die Republikaner aktuell fleißig ihre rechtlichen Möglichkeiten, wie "Politico" berichtet. Und kommen zu einem düsteren Ergebnis.

"Null Chance, dass ich aufhöre"

Eigentlich bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als auf den Rücktritt ihres Krawall-Kandidaten zu hoffen, so die Einschätzung der vielen Anwälte. Und den hat Trump in seiner typischen Art schon mal gleich ganz ausgeschlossen: "Null Chance, dass ich aufhöre", sagte er dem Wall Street Journal. Etwas anders hätte aber auch überrascht.

Keine Chance also für die Republikaner, wenn Trump nicht zufällig in den nächsten Wochen sterben sollte? Grundsätzlich wäre es zwar immer denkbar, einfach noch die Regeln zu ändern, dafür dürfte es aber bereits zu spät sein. Bis die Änderungen ausformuliert und verabschiedet würden, dürfte Zeit ins Land gehen. Und die hat die Partei wenige Wochen vor der Wahl schlicht nicht mehr. Also klopft man die Regeln nach Schlupflöchern ab. Da ist ja schließlich noch das "Andernfalls".

Suche nach dem Schlupfloch

Die bewusst undefiniert gehaltene dritte Möglichkeit für einen Ausfall wurde schon im August als Variante ins Spiel gebracht, den Kandidaten doch noch zu verhindern. Eigentlich ist sie für Fälle gedacht, in denen der Kandidat zwar nicht stirbt, aber unfähig ist zurückzutreten. Etwas eil er im Koma liegt oder einen Schlaganfall erleidet. Wie "The Hill" schon im August berichtete, versuchten einige Republikaner damals schon, die Regel gegen Trump zu drehen.

Die Interpretation: Man könne auch Kandidaten ablösen, die kriminell werden, Verrat begehen - oder wegen ihrer Handlungen nicht mehr die Prinzipien der Partei repräsentieren würden. Mehrheitsfähig war diese Position aber nicht. Zumindest im August.

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    Sollte man Trump als Kandidaten zurückziehen, stünden die Republikaner aber immer noch vor einem Berg anderer Herausforderungen. In vielen Bundesstaaten sind die Wahlzettel schon gedruckt oder ist gar die Briefwahl schon angelaufen. Und auf den Zetteln prangt für die Republikaner stets der eine Name: Donald Trump.

    Wählern, die ihr Kreuz schon bei Trump gemacht haben, dürfte schwer zu vermitteln sein, dass nun plötzlich sein Vize Mike Pence Präsident werden soll. Und auch bei den unentschlossenen Wählern könnte es schlecht ankommen, dem Kandidaten mit Hilfe von Tricksereien in den Rücken zu fallen.

    So bleibt den Republikanern wohl nicht anderes übrig, als weiter mit einem Kandidaten zu leben, der sich in den Augen vieler Parteifunktioäre längst unmöglich gemacht hat.

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    mma