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Nach Putschversuch Türkei schließt 45 Zeitungen und 16 TV-Sender

Demonstranten in der Türkei halten ein Bild von Recep Tayyip Erdogan hoch
Sie halten fest zu ihm: Anhänger des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf einer Demonstration in Ankara am 22.7.2016
© Ozan Kose/AFP
Die Türkei macht den nächsten Schritt in Richtung Diktatur: Die türkische Regierung schließt insgesamt mehr als 80 TV-Sender, Zeitungen und andere Medien. Eine ganze Redaktion wandert sogar ins Gefängnis.

Nach dem gescheiterten Putsch geht die türkische Regierung massiv gegen Medien des Landes vor. Sie habe die Schließung von drei Nachrichtenagenturen, 16 Fernseh-Sendern, 23 Radio-Stationen und 45 Zeitungen angeordnet, meldete die staatliche Agentur Anadolu am Mittwoch. Unter ihnen sollen sich sowohl landesweite als auch lokale Medien befinden.

Zudem ordnete ein Staatsanwalt am Mittwoch an, 47 ehemalige Mitarbeiter der Tageszeitung "Zaman" in Gewahrsam zu nehmen. Die Zeitung war zuvor wegen Verbindungen zum Netzwerk des Predigers Fetullah Gülen im März unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt worden. Staatschef Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich.

Mehr als 15.000 Festnahmen in der Türkei

Seitdem hat die türkische Polizei nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 15.846 Menschen festgenommen. Unter ihnen seien rund 10.000 Militärangehörige gewesen, davon 178 Generäle. Inhaftiert wurden demnach 5200 Militärangehörige, darunter 151 Generäle und mehr als 1600 Offiziere. An diesem Donnerstag kommt in Ankara der Oberste Militärrat zusammen.

tkr DPA

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