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Turbulenzen in Ungarn: "Ansteckungsgefahren für andere osteuropäische Länder"

Der Streit Ungarns mit dem Internationalen Währungsfonds stellt nach Einschätzung der Osteuropabank ein Risiko für die gesamte Region dar. "Der Fall Ungarn birgt Ansteckungsgefahren für andere osteuropäische Länder", sagte Thomas Mirow, Chef der Osteuropabank, dem "Handelsblatt" vom Dienstag.

Der Streit Ungarns mit dem Internationalen Währungsfonds stellt nach Einschätzung der Osteuropabank ein Risiko für die gesamte Region dar. "Der Fall Ungarn birgt Ansteckungsgefahren für andere osteuropäische Länder", sagte Thomas Mirow, Chef der Osteuropabank, dem "Handelsblatt" vom Dienstag. "Aber in dem Maße, in dem sie ihren Reform- und Sanierungskurs fortsetzen, können sie sich davor schützen."

Die gescheiterten Verhandlungen der Regierung in Budapest mit dem IWF über die weitere Haushaltssanierung habe für erhebliche Irritationen an den Finanzmärkten gesorgt, sagte Mirow. Zugleich zeigte er sich aber zuversichtlich, dass letztlich doch noch eine Lösung mit dem IWF gefunden werde.

Der IWF fordert von Ungarn weitere Sparmaßnahmen. Das lehnt die Regierung in Budapest aber ab und setzt statt dessen gegen den Willen des Fonds auf eine Bankenabgabe. Mirow sagte, die Einführung der "unverhältnismäßig hohen" Abgabe sei kein gutes Zeichen: Dadurch wachse die Sorge, dass die Tätigkeit der Banken eingeschränkt und die wirtschaftliche Erholung gebremst wird.

Reuters / Reuters