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Rebellenführer fordert gesamtes Donezbecken: Ukrainische Separatisten wollen ihr Gebiet ausweiten

Die Rebellen in der Ostukraine erheben Anspruch auf das gesamte Donezk-Becken. Das Gebiet solle "je schneller, desto besser" eingenommen werden, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko.

Eine zerstörte Straße in der ostukrainischen Region Donezk. Seit Monaten liefern sich Regierungstruppen und prorussische Rebellen Kämpfe in dem Gebiet.

Eine zerstörte Straße in der ostukrainischen Region Donezk. Seit Monaten liefern sich Regierungstruppen und prorussische Rebellen Kämpfe in dem Gebiet.

Die ukrainischen Separatisten wollen die Herrschaft über das ganze Donezker Gebiet erringen. Das solle "möglichst auf friedlichem Wege" geschehen, sagte der Chef der "Donezker Volksrepublik", Alexander Sachartschenko, dem Magazin "Spiegel". Bis zur Grenze des alten Donzeker Gebietes seien es 120 Kilometer. Er rief die ukrainische Regierung zu direkten Gesprächen auf.

"Jenen Teil, der noch nicht in unseren Händen ist, sehen wir als widerrechtlich okkupiert an", sagte Sachartschenko. Auf die Frage, wann dieses Gebiet eingenommen werden solle, sagte er: "Je schneller, desto besser. Möglichst auf friedlichem Wege." Internationale Friedenstruppen im Donbass lehnte Sachartschenko ab. "Wir sind in der Lage, die Probleme hier selbst zu lösen", sagte er. Auch Kiew wolle keine Friedenstruppen, weil ein solches Eingeständnis eines Kriegszustandes zur Verweigerung von IWF-Krediten führen würde.

Täglich Gefechte trotz Waffenstillstand

Von allen Punkten der Minsker Vereinbarung für eine Konfliktlösung habe Kiew "keinen einzigen erfüllt". Die Separatisten sicherten dagegen wie vereinbart ihre Grenzen. "In den nächsten drei Wochen wird der Aufbau von Grenzposten beendet." Den ukainischen Truppen warf Sachartschenko vor, schwere Waffen nicht abzuziehen und auf die Separatisten zu feuern. "Deswegen kehren die schweren Waffen der Separatisten in ihre alten Stellungen zurück."

Die Regierung in Kiew kämpft seit Monaten gegen die prorussischen Rebellen im Osten des Landes. Trotz eines Waffenstillstandes kommt es praktisch täglich zu Gefechten. So erklärten die ukrainischen Streitkräfte am Samstag, ein Soldat sei durch Granatbeschuss der Aufständischen getötet worden.

Separatisten haben 23.000 Kämpfer

Zu Kriegsbeginn habe es 4,8 Millionen Einwohner im Donezker Gebiet gegeben. "Gut eine Million von ihnen lebt jetzt in Russland, vielleicht 2,3 Millionen sind noch hier. 700.000 weitere befinden sich in den von der Ukraine okkupierten Gebieten der Donezker Volksrepublik", sagte Sachartschenko. Die Separatisten hätten mehr als 23 000 Mann unter Waffen, dazu 60.000 Freiwillige in Reserve.

las/DPA / DPA