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"Ukraine – die Lage" Militärexperte Masala: Zur Zeit gibt es keine Chance für Diplomatie

Die Waffen werden vorerst nicht schweigen: Die Menschen werden aus der Stadt Slowjansk im Donbas evakuiert
Die Waffen werden vorerst nicht schweigen und die Menschen flüchten weiter, so wie hier Bewohner der Stadt Slowjansk im Donbas
© Aris Messinis / AFP
Der Krieg in der Ukraine tobt unvermindert weiter – die Diplomatie hat aktuell keine Chance. Erst wenn eine Kriegspartei keinen Vorteil in der Fortsetzung des Krieges sehe, kann Diplomatie wieder zum Einsatz kommen, sagt Militärexperte Carlo Masala.

Der Militärexperte Carlo Masala sieht zur Zeit keine Möglichkeit, den Krieg in der Ukraine auf diplomatischem Wege zu beenden. Masala sagte am Freitag im stern-Podcast "Ukraine – die Lage", Verhandlungen hätten erst Aussicht auf Erfolg, wenn zumindest eine Seite zu dem Schluss komme, dass sie von der Fortführung des Krieges keinen Vorteil zu erwarten habe. "Dann öffnet sich das Fenster für die Diplomatie, vorher wird es das nicht geben", sagte der Politikprofessor der Bundeswehruniversität München. Im Moment erlebten wir "eine Phase des Krieges".

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Russen auf Distanz halten

Die in den vergangenen Tagen zugesagten Lieferungen moderner Waffen an die Ukraine dienen nach Masalas Einschätzung dazu, die Russen auf Distanz zu halten. Ob es gelinge, den Vormarsch im Donbass zu stoppen, sei aber offen; die russischen Vormärsche seien "sehr konzentriert, sehr übermächtig". Masala erwartet, dass je nach Kriegsverlauf eine Diskussion über die Lieferung von Waffensystemen aufkommen könne, die es den Ukrainern ermöglicht, Territorium zurückzugewinnen. "Da sind wir wieder bei dem, was der Westen ja bisher wohl bewusst nicht geliefert hat, da sind wir bei Kampfpanzern und gegebenenfalls sind wir auch bei Kampfflugzeugen, die bei Nato-Partnern stehen und noch aus sowjetischer Bauart stammen", sagt er.

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