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Unruhen in Algerien: Hunderte Verletzte und drei Tote bei Protesten

In Algerien haben am Freitag erneut wütende Bürger gewaltsam gegen die steigenden Lebenshaltungskosten demonstriert. Dabei sind Hunderte verletzt und zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die hohen Lebensmittelpreise.

Drei Menschen sind bei Protesten gegen hohe Lebensmittelpreise in Algerien gestorben. Zwei junge Männer sind Medienberichten zufolge am Freitag bei separaten Demonstrationen getötet worden. Der algerische Innenminister Dahou Ould Kablia sagte am Samstag im Fernsehen, er könne den Tod eines dritten jungen Menschen bestätigen. Die Vorfälle ereigneten sich demnach in den Städten M'sila, Tipaza und Boumerdès. Außerdem sind nach amtlichen Angaben seit Mittwoch 400 Menschen, darunter 300 Polizisten verletzt worden.

Zudem habe es in Bouira, etwa 130 Kilometer südöstlich von Algier, knapp 30 Verletzte gegeben, berichtete die Nachrichtenwebsite elwatan.com. Dort hätten Demonstranten am Samstag erneut Straßensperren aus brennenden Reifen errichtet. Auslöser der seit Tagen anhaltenden Unruhen waren die stark gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel.

Gestiegene Preise für Grundnahrungsmittel

Bei landesweiten Aktionen wurden nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur APS am Donnerstag und Freitag Regierungsgebäude sowie Bank- und Postfilialen geplündert. Die Polizei bezog in der Nähe von Moscheen Stellung. Um die Gewalt einzudämmen, wurden Fußballspiele abgesagt.

Die Wut der Demonstranten entzündete sich an den Anfang des Monats stark gestiegenen Preisen für Grundnahrungsmittel. Nach Angaben der algerischen Gewerkschaft der Händler und Handwerker stiegen die Lebenshaltungskosten zuletzt um 20 bis 30 Prozent. Am stärksten betroffen seien die Preise für Zucker und Öl. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge sind 75 Prozent der Algerier jünger als 30 Jahre, mehr als 20 Prozent von ihnen sind arbeitslos. Handelsminister Mustapha Benbada hatte für Samstag Beratungen des Kabinetts über Maßnahmen zur Eindämmung der Preissteigerungen angekündigt.

Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters
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