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Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Das Volk in Simbabwe wählt

Rund 6,4 Millionen Menschen stimmen in Simbabwe über ein neues Parlament ab. Sie entscheiden, ob die 33-jährige Herrschaft von Robert Mugabe beendet wird. 37.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.

Unter umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen haben am Mittwoch in Simbabwe Parlaments- und Präsidentschaftswahlen begonnen. Bis zum Abend entscheiden rund 6,4 Millionen Einwohner des südafrikanischen Landes unter anderem darüber, ob die 33-jährige Herrschaft von Staatschef Robert Mugabe beendet wird. Der 89-Jährige dominiert Simbabwe seit 1980 mit eiserner Hand. Vor vielen der landesweit knapp 9700 Wahllokale bildeten sich bereits Stunden vor ihrer Eröffnung lange Warteschlangen.

Die Partei von Mugabes wichtigstem Herausforderer, Regierungschef Morgan Tsvangirai, beklagte im Vorfeld Unregelmäßigkeiten. Hunderte Namen standen demnach doppelt im Wahlregister. Bei der Präsidentschaftswahl des Jahres 2008 hatte Tsvangirai nach der ersten Runde vorn gelegen, zog seine Kandidatur aber nach blutigen Angriffen auf seine Anhänger zurück. Mugabe steht seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien im Jahr 1980 an der Spitze des Landes.

Wahl von Vorwürfen des Wahlbetrugs überschattet

Mit Mugabe und Tsvangirai konkurrieren drei weitere Kandidaten um das Präsidentenamt, denen jedoch keine Chancen eingeräumt werden. Bei der Parlamentswahl sind 210 Sitze zu vergeben, mindestens 60 davon an Frauen. Zum Schutz des Urnengangs, dessen Ergebnisse erst in einigen Tagen erwartet werden, sind mehr als 37.000 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Die Abstimmung wird überschattet von Vorwürfen des Wahlbetrugs. Mugabes Herausforderer Tsvangirai warnte angesichts fragwürdiger Wählerlisten vor der Gefahr einer Manipulation. Wahlbeobachter sind aus Afrika und Staaten wie China, Russland oder dem Iran zugelassen. Dagegen lehnte Mugabe Experten aus dem Westen sowie von den Vereinten Nationen oder der EU ab.

Wahlen in Simbabwe waren oft geprägt von Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen. Bei der letzten Abstimmung 2008 fielen mehr als 200 Menschen politisch motivierter Gewalt zum Opfer.

ds/DPA/AFP / DPA
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