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NBC-Analyse US-Demokraten gewinnen Repräsentantenhaus mit größtem Abstand seit Watergate-Skandal

Neugewählte Abgeordnete des Repräsentantenhauses posieren vor dem Kapitol in Washington
Neugewählte Abgeordnete des Repräsentantenhauses posieren vor dem Kapitol in Washington
© Win McNamee / AFP
Vor 44 Jahren erschütterte die Watergate-Affäre die USA und die republikanische Partei. Bei den folgenden Kongresswahlen gewannen die Demokraten mit großem Abstand das Repräsentantenhaus - ein Erfolg, den sie nun wiederholen konnten.

Aus den Kongresswahlen am 6. November in den USA ist die Demokratische Partei nach derzeitigem Stand mit einer satten Mehrheit von 234 zu 199 Sitzen gegenüber den Republikanern als Sieger hervorgegangen. Noch deutlicher ist laut einer Analyse von NBC News der Vorsprung der Demokraten beim Vergleich aller abgegebenen Stimmen. Seit dem Watergate-Skandal vor 44 Jahren habe die Partei bei den Zwischenwahlen nicht mehr mit einem derart großen Abstand das Rennen um die Kongresskammer für sich entschieden, berichtet der US-Nachrichtensender.

Demokraten holten 53,1 Prozent der Stimmen

Im August 1974 hatte der damalige republikanische Präsident Richard Nixon wegen der Watergate-Affäre seinen Rücktritt verkündet und war damit einer drohenden Amtsenthebung zuvorgekommen. Bei den nur wenige Monate später stattfindenden Zwischenwahlen gewannen die Demokraten das Repräsentantenhaus mit einer Mehrheit von über 8,7 Millionen Stimmen vor den Republikanern.

Nach der jetzigen Wahl führen die Demokraten aktuell mit mehr als 8,6 Millionen Stimmen vor der "Grand Old Party" von US-Präsident Donald Trump, wie NBC weiter berichtet. Stand Mittwochmittag hätten die demokratischen Kandidaten für das Repräsentantenhaus 58.990.609 Stimmen auf sich vereinigt, während ihre republikanischen Kontrahenten 50.304.975 Stimmen bekommen hätten. Demnach erhielten die Demokraten 53.1 Prozent aller gültigen Stimmen, gegenüber 45.2 Prozent für die Republikaner.

Die Zahlen sind noch nicht endgültig, denn auch zwei Wochen nach dem Urnengang gibt es aus einigen Wahlbezirken noch kein offizielles Ergebnis. Doch an dem großen Vorsprung der Demokraten wird sich nichts mehr ändern.

Zwischen den Regierungen von Trump und Nixon gibt es nach Ansicht einiger politischer Beobachter durchaus Parallelen: Während Trump permanent gegen Sonderberater Robert Mueller agitiert, der die Rolle Russlands bei den Wahlen 2016 untersucht und herausfinden will, ob der Präsident versucht hat, die Justiz zu behindern und die Untersuchung zu beenden, hatte Nixon mit dem Watergate-Skandal zu kämpfen. Nixon wechselte 1973 seine Justizminister und ihre Stellvertreter solange aus, bis sich einer fand, der bereit war, den Spezialermittler für die Watergate-Affäre zu entlassen. Die Aktion brach ihm politisch das Genick und kostete ihn schließlich sein Amt. Wie die Konfrontation von Trump und Mueller ausgeht, bleibt  abzuwarten.

Quelle: NBC News

mad

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