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US-Präsident Bush: "Es gibt keinen Volksaufstand"

US-Präsident Bush hält eisern an seinem Irak-Kurs fest: Die Unruhen seien ein Werk von Terroristen und würden notfalls mit weiteren Truppen niedergeschlagen. Am Zeitplan für die Machtübergabe an eine zivile irakische Regierung will er festhalten.

Die USA werden nach den Worten von US- Präsident George W. Bush die Feinde eines freien Iraks besiegen. Gemäß den bisherigen Plänen werde die Souveränität im Irak am 30. Juni an eine zivile irakische Regierung übergeben werden, sagte Bush auf einer überraschend angesetzten Pressekonferenz am Dienstagabend im Weißen Haus in Washington. Spätestens im Januar 2005 werde es im Irak freie Wahlen geben.

"Historische Mission" erfüllen

Der Irak erlebe derzeit "harte Zeiten", aber das Land befinde sich "nicht im Bürgerkrieg, es gibt keinen Volksaufstand", sagte Bush. Ehemalige Saddam-Anhänger, islamistische Extremisten und Teroristen seien für die derzeitigen Unruhen verantwortlich. Die jüngsten Geiselnahmen belegten, dass die Extremisten im Irak die gleiche Ideologie hätten wie die Terroristen, die für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich gewesen waren. Die USA und ihre Verbündeten würden sich nicht beirren lassen und ihre "historische Mission" für ein freies und demokratisches Irak erfüllen.

USA "eine Befreiungsmacht"

Die Mehrheit der Iraker wolle Unabhängigkeit und Freiheit, betonte Bush. Sie wären enttäuscht, wenn die USA ihr Engagement nicht fortsetzten. "Viele Iraker würden unsere Absichten hinterfragen und würden sich um ihre Hoffnungen betrogen sehen", wenn die USA jetzt nicht standhaft blieben, sagte Bush. Wenn es für die Niederschlagung der Unruhen notwendig sei, werde die Zahl der US-Truppen erhöht, betonte er.

Vietnam-Vergleich "unangebracht"

Derzeit befinden sich rund 130 000 US-Soldaten im Irak. Ein Vergleich mit Vietnam sei unangebracht, sagte der Präsident auf eine entsprechende Frage. Mit dem Sturz des Saddam-Regimes sei eine Gefahr für den Frieden in der Welt beseitigt worden. Die USA sind nach Bushs Worten keine Imperialmacht, das "können Deutschland und Japan bezeugen".

Die USA seien eine Befreiungsmacht. Ein freier und befriedeter Irak mache auch die USA und den gesamten Nahen Osten sicherer. "Eine Lehre der Anschläge vom 11. September (2001) sei, dass wir offensiv sein müssen, um unsere Gegner zu besiegen", sagte Bush.