US-Vorwahlen Clinton findet Obama "elitär und abgehoben"


Barack Obama unter heftigem Beschuss: Der US-Präsidentschaftskandidat ist wegen Äußerungen zu "verbitterten" Arbeitern in die Kritik geraten. Seine Aussagen seien "elitär und abgehoben", kritisierte Konkurrentin Hillary Clinton. Obama zeigt Reue und fühlt sich missverstanden.

Hillary Clinton hat neue Wahlkampfmunition gegen Barack Obama gefunden. Nach einer abfälligen Bemerkung Obamas über verbitterte Arbeiter sagte die New Yorker Senatorin auf einer Veranstaltung im US-Staat Indiana: "Die Äußerungen von Senator Obama waren elitär und abgehoben. Sie spiegeln nicht die Werte und Überzeugungen von Amerikanern wider." Stein des Anstoßes war ein Auftritt Obamas bei einer Spendenveranstaltung in San Francisco. Dabei beschrieb er im kleinen Kreis seine Schwierigkeiten, die Arbeiter für sich zu gewinnen. "Es ist nicht verwunderlich, dass sie verbittert werden", sagte Obama. "Sie klammern sich an Waffen oder die Religion oder die Antipathie gegenüber Leuten, von denen sie abgelehnt werden, oder an Ressentiments gegen Einwanderer oder den freien Handel, um so ihre Frustrationen zum Ausdruck zu bringen." Die Äußerung wurde auf der Website der Zeitung "Huffington Post" verbreitet.

Kritiker haben dem Absolventen der Elite-Universität Harward wiederholt vorgeworfen, er sei arrogant und herablassend. Obama räumte ein, dass er seine Worte hätte besser wählen müssen. "Ich habe es nicht so gesagt, wie ich es hätte sagen sollen", erklärte der Senator aus Illinois in Muncie, Indiana.

Obama verteidigt sich gegenüber Clinton

Indes wird das Thema Religion wird zunehmend wichtig im US-Vorwahlkampf: Bei einer Diskussion des Compassion Forum im Messiah College in Grantham, Pennsylvania, unterstrichen Hillary Clinton und Obama ihren Glauben. Clinton wiederholte ihre Attacken auf Obama wegen seiner Aussagen zu "verbitterten" Arbeitern. Letzterer entgegnete, seine Worte seien falsch gedeutet und verzerrt worden. "Ich habe in keiner Weise einen Glauben herabgesetzt, den ich selbst vertrete", meinte Obama. "Wenn es ihnen wirtschaftlich schlecht geht, haben sie ihren Glauben, ihre Familie, ihre Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden." Dies seien keine schlechten Dinge.

In Indiana tritt Obama am 6. Mai zur Vorwahl gegen Clinton an. Bereits am 22. April wird in Pennsylvania gewählt, wo Clinton favorisiert ist. Bei den Vorwahlen geht es um die Delegierten für den Parteitag zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten der Demokratischen Partei. Bislang führt Obama mit 1.639 zu 1.503 Delegiertenstimmen. Bei der Republikanischen Partei hat Senator John McCain die Präsidentschaftskandidatur schon sicher. Die Nachfolge von Präsident George W. Bush wird in der Wahl am 4. November entschieden, Amtswechsel ist am 20. Januar 2009.

AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker