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US-Waffenrecht: Waffenkauf ohne Grenzen

Über 200 Millionen Schusswaffen haben die Amerikaner in ihrem Privatbesitz. Die Waffenlobby NRA findet jedoch immer noch, dass es mehr sein könnten: Ihr gehen bereits bestehende Einschränkungen zu weit.

In den USA werden jährlich etwa 350.000 Verbrechen mit Schusswaffen begangen, mehr als 11.000 Menschen werden dabei getötet. Die Rate solcher Morde liegt mit 3,8 Prozent pro 100.000 Einwohner deutlich höher als in anderen vergleichbaren Ländern.

Insgesamt gibt es über 200 Millionen Pistolen und Gewehre in Privatbesitz. Das Arsenal wächst jährlich um weitere acht Millionen. Nur 1,6 Prozent aller Kaufgesuche oder Genehmigungsanträge wurden 2005 abgelehnt. Die leicht verfügbaren Waffen werden nicht nur von Amokläufern oder Räubern eingesetzt. Sie spielen auch eine Rolle bei Gewalt im häuslichen Bereich. Nach Darstellung der Organisation "Brady-Kampagne" gibt es dort zwölf Mal mehr Tote durch Schusswaffen, als durch andere Mordwerkzeuge.

Waffenlobby gehen die Einschränkungen zu weit

Blutbäder wie das Massaker in Virginia werfen immer wieder die Frage auf, ob die Waffengesetze nicht zu lasch sind. Der 4,2 Millionen Mitglieder zählenden Waffenlobby NRA gehen jedoch bereits die geltenden Einschränkungen zu weit. Der Zugang zu Waffen und der Umgang damit sind in Bundesgesetzen, Gesetzen der einzelnen Staaten sowie in kommunalen Vorschriften geregelt. In Virginia ist es besonders leicht an Waffen zu kommen, moniert die "Brady-Kampagne". Wie in einigen anderen Staaten dürfen die Bürger von Virginia ihre Waffen offen tragen. Wer sich etwa in Florida bedroht fühlt, darf vermeintliche oder tatsächliche Einbrecher ohne Vorwarnung erschießen. Zu den Staaten mit einigermaßen strengen Waffengesetzen zählen Kalifornien und Illinois.

Verfassung verbrieft Recht auf Waffenbesitz

Das "Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen" wurde vor mehr als 200 Jahren im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung verbrieft. Das Prinzip galt lange ohne größere Einschränkungen. Erst das so genannte Brady-Gesetz von 1994 verbot den Handel mit bestimmten Waffen und schrieb Fristen zwischen Kauf und Aushändigung von Waffen vor. Einige Bestimmungen sind inzwischen ausgelaufen.

DPA / DPA
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