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Einrichtung in Texas Besorgniserregende Zustände aufgedeckt – Migrantenkinder aus US-Grenzlager verlegt

Asylsuchende aus Zentralamerika warten darauf, von der US-Grenzpolizei in Gewahrsam genommen zu werden
Asylsuchende aus Zentralamerika warten in den USA darauf, von der US-Grenzpolizei in Gewahrsam genommen zu werden 
© John Moore / Getty Images
Nach der Aufdeckung von besorgniserregenden Zuständen in einem Grenzlager für Migrantenkinder in den USA wurde ein Großteil der Kinder verlegt. Hunderte sollen laut Beobachtern unter Hunger und unhygienischen Bedingungen gelebt haben.

Nachdem besorgniserregende Zustände in einem US-Grenzlager für Migrantenkinder aufgedeckt wurden, ist ein Großteil der Minderjährigen verlegt worden. Dies berichtete die "New York Times". Nach Angaben der US-Zeitung lebten Hunderte Kinder über Wochen in dem Lager in Clint nahe El Paso im Bundesstaat Texas, welches eigentlich für eine kurze Übergangszeit gedacht war.

Vor einer Woche hatte sich eine Anwaltsgruppe per Gerichtsbeschluss Zugang zu der Einrichtung verschafft und sich danach für eine Verlegung der Kinder eingesetzt. Ihre Schilderungen hatten Proteste gegen den Umgang mit minderjährigen Migranten in den USA ausgelöst.

Hunger, keine Seife und keine Zahnbürsten

Die Anwälte sagten der "New York Times", sie hätten in Clint Kinder gesehen, die sich um andere Kleinkinder hätten kümmern müssen. Andere hätten dreckige Kleidung getragen, mit der sie Wochen zuvor über die mexikanische Grenze gekommen seien. In der überfüllten Unterkunft mangelte es an grundlegenden Hygiene-Produkten wie Seife und Zahnbürsten. Kinder erzählten, der Hunger würde sie aus dem Schlaf reißen.

Wie viele Kinder zuletzt in dem Lager in Clint wohnten, war unklar. Einer Abteilungssprecherin aus dem US-Gesundheitsministerium zufolge wurden 249 der Kinder mit einem Umsiedlungsprogramm anderweitig untergebracht. Mehrere weitere Kinder seien in ein temporär errichtetes Zeltlager bei El Paso gekommen. Laut einer Sprecherin der demokratischen Kongressabgeordneten Veronica Escobar verblieben am Montag noch 30 Kinder in Clint.

Zehntausende Migranten aus Mittelamerika fliehen jeden Monat vor Gewalt und Armut in ihren Heimatländern und versuchen, über Mexiko in die USA zu gelangen. Auch Menschen aus der Karibik, Afrika und Asien wählen den gefährlichen Weg durch Mexiko. Allein im Mai setzten US-Grenzpolizisten mehr als 144 000 Menschen fest, die illegal die Grenze überschritten hatten. 

rw DPA

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