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USA: Neonazis planten Attentat auf Obama

Mordkomplott gegen Barack Obama: Zwei Neonazis hatten offenbar vor, den demokratischen Präsidentschaftskandidaten zu ermorden. Ihrem Plan zufolge sollten außerdem 88 schwarze Schüler sterben. Der Secret Service konnte den Anschlag jedoch rechtzeitig vereiteln.

Eine Woche vor der US-Wahl hat die Polizei eine Verschwörung von zwei jungen Neonazis zur Ermordung des schwarzen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama vereitelt. Im Bundesstaat Tennessee wurden zwei Männer festgenommen, die zunächst so viele Nicht-Weiße wie möglich und danach Obama erschießen wollten, teilten die Behörden am späten Montagabend mit.

Die zwei festgenommenen Skinheads im Alter von 18 und 20 Jahren wollten insgesamt 88 schwarze Schüler töten, 14 davon sollten enthauptet werden, heißt es in Gerichtsakten. Zur Vorbereitung ihrer Tat planten die zwei Männer, im Staat Tennessee einen Waffenladen ausrauben. Anschließend wollten sie eine vor allem von schwarzen Jugendlichen besuchte Schule überfallen. Ihr letztes Ziel nach dem Blutbad wäre Barack Obama gewesen. "Sie erklärten, das sei ihr letzter, finaler Akt, dass sie versuchen würden, Senator Obama zu töten", sagte Ermittler Jim Cavanaugh. "Sie glaubten nicht, dass sie das schaffen würden, aber dass sie bei dem Versuch selbst getötet würden."

Die Zahlen 88 und 14 haben für weiße Rassisten in den USA symbolische Bedeutung. 14 ist die Zahl der Worte in einem bekannten Satz, der einem inhaftierten Rassisten zugeschrieben wird. Die Zahl 8 steht für den achten Buchstaben im Alphabet, das "H". 88 steht damit für "HH", was in diesen Kreisen "Heil Hitler" bedeutet.

Behörden nahmen Pläne sehr ernst

Bei den Neonazis wurden laut Ermittler ein Gewehr, eine abgesägte Schrotflinte und drei Pistolen entdeckt. Die beiden in Haft sitzenden Männer werden wegen des Besitzes unregistrierter Waffen, Verschwörung zum Diebstahl von Feuerwaffen und der Bedrohung eines Präsidentschaftskandidaten angeklagt.

Der 20-jährige Daniel C. aus dem US-Staat Tennessee und der 18 Jahre alte Paul S. aus Arkansas wurden bereits am vergangenen Mittwoch festgenommen. Daniel C. lebte Polizeiangaben zufolge zuletzt in einem relativ armen Bezirk bei seinen Großeltern. Er habe keinen höheren Schulabschluss. Er und Paul S. hatten sich übers Internet kennengelernt.

Laut Gerichtsakten planten die zwei Neonazis "ihr Fahrzeug so schnell, wie sie können, in Richtung Obama zu fahren und aus den Fenstern heraus auf ihn zu schießen". Cavanaugh erklärte weiter, die Behörden hätten die Drohungen sehr ernst genommen. Bislang gebe es keine Hinweise, dass andere sich an der Verschwörung beteiligt hätten.

Ein Sprecher des Secret Service erklärte, zunächst könne nichts ausgeschlossen werden. Es habe aber offensichtlich noch keinen konkreten Attentatsplan gegeben. "Ob sie die Fähigkeit und die nötigen Mittel hatten, einen Anschlag auszuführen, muss erst noch geprüft werden", so der Sprecher.

Ein Sprecher Obamas wollte zu dem Zwischenfall zunächst nicht Stellung nehmen. Allerdings wird Obama seit Mai 2007 vom Secret Service beschützt - so früh, wie nie ein Präsidentschaftskandidat zuvor. Der charismatische Schwarze gilt als besonders gefährdet.

AP/Reuters / AP / Reuters