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USA verstärken Druck: Spitzen-Taliban in Pakistan gefasst

Nach Medienberichten wurde in Pakistan die Nummer drei der Taliban-Führungsriege festgesetzt. Die USA üben weiterhin Druck auf Präsident Pervez Musharraf sein. Er soll verstärkt gegen die Gottes-Krieger vorgehen.

Pakistanische Sicherheitskräfte haben nach Medienberichten einen Stellvertreter von Taliban-Chef Mullah Omar festgenommen. Die Zeitung "Dawn" und andere Medien berichteten unter Berufung auf Regierungsquellen, Mullah Obaidullah Achund, der als Nummer drei in der Führungsriege der Rebellen gilt, sei in der südwestpakistanischen Stadt Quetta gefasst worden. Sollte sich dies bestätigen, wäre es der schwerste Schlag gegen die Taliban seit dem Sturz ihres radikal-islamischen Regimes in Afghanistan Ende 2001.

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Obaidullah Achund ist Teil des zehnköpfigen Führungsrates der Rebellen und war während der Taliban-Herrschaft afghanischer Verteidigungsminister. Den Medienberichten zufolge wurde er bereits am Montag festgenommen. Am selben Tag war US-Vizepräsident Dick Cheney in Islamabad. Cheney hatte den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf bei seinem Besuch dazu gedrängt, härter gegen die Taliban vorzugehen, die von Pakistan aus den Aufstand in Afghanistan organisieren. Die Taliban haben eine Frühjahrsoffensive und eine Welle von Selbstmordanschlägen in Afghanistan angekündigt. Quetta gilt als Zufluchtsort hochrangiger Taliban-Kader.

Die US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan teilten mit, seien in der an Pakistan angrenzenden Provinz Paktika ein "bekannter Terrorist" und sieben Verdächtige gefangen genommen worden. Die Männer hätten sich ergeben. Nähere Angaben zu den Gefangenen machte die Koalition nicht.

DPA / DPA