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Usbekistan: Anschläge auf westliche Botschaften

Bombenanschläge auf die Botschaften der USA und Israel in der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Die Staatsführung geht von Anschlägen des Terrornetzwerkes Al-Kaida aus.

Bei mehreren Bombenanschlägen vor westlichen Botschaften sind in der zentralasiatischen Republik Usbekistan nach abweichenden Angaben bis zu elf Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Taschkent sprengten sich Selbstmord- Attentäter am Freitag vor den Botschaften der USA und Israels in die Luft. Vor der US-Botschaft sollen nach widersprüchlichen Berichten bis zu acht Menschen getötet worden sein. Zudem detonierte im Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft eine Bombe. Westliche Diplomaten vermuteten internationale Terrornetzwerke hinter der zweiten Anschlagserie innerhalb von vier Monaten in Taschkent.

Detonationen vor Botschaften der USA und Israel

Die Detonation vor der US-Botschaft soll vier Wachleute sowie vier Zivilisten getötet haben, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Das usbekische Fernsehen berichtete dagegen, die Attentäter hätten insgesamt zwei Menschen mit in den Tod gerissen. Vor der israelischen Botschaft starb nach korrigierten Angaben ein Polizist. Unter den Opfern sind nach Diplomatenangaben weder amerikanische noch israelische Botschaftsmitarbeiter.

Usbekistan ist einer der wichtigsten Verbündeten der USA in Zentralasien. In der Stadt Termes an der Grenze zu Afghanistan sind 200 Bundeswehrsoldaten zur Versorgung der Internationalen Friedenstruppe in Afghanistan (ISAF) stationiert. Termes liegt 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Taschkent.

Anschläge bereits im März und April

Im März und April dieses Jahres waren bei mehreren Selbstmord- Anschlägen in Usbekistan insgesamt 47 Menschen ums Leben gekommen. Die tödliche Gewalt richtete sich vor allem gegen usbekische Polizisten. Kein Ausländer kam damals zu Schaden.

In dieser Woche begann vor einem Taschkenter Gericht der Prozess gegen 15 mutmaßliche Hintermänner der blutigen Anschläge vom Frühjahr. Mehrere der zwischen 20 und 35 Jahre alten Männer gestanden, eine Ausbildung in pakistanischen Terrorlagern erhalten zu haben. Die usbekische Staatsführung vermutet islamistische Extremisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida sowie den radikalislamischen Taliban hinter den Anschlägen vor vier Monaten.

DPA / DPA