Vergewaltigungsvorwurf Katsav vor Rücktritt


Sex-Skandal um Israels Staatspräsidenten: Mosche Katsav soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Vergewaltigung von Mitarbeiterinnen angeklagt werden. Er könnte seinem Anwalt zufolge noch heute zurücktreten.

Der israelische Präsident Mosche Katzav soll nach Medienberichten unter anderem wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung von Frauen sowie Korruption im Amt angeklagt werden. Dies teilte das israelische Justizministerium mit. Israelische Medien berichteten, der Generalstaatsanwalt Menachem Masus habe dies am Nachmittag entschieden. Eine formale endgültige Anklageerhebung solle allerdings erst nach einer letzten Anhörung von Katzav erfolgen, teilte das Ministerium mit.

Der Anwalt von Mosche Katzav teilte derweil mit, sein Mandant wolle das Präsidentenamt voraussichtlich vorübergehend niederlegen. David Libai sagte in Tel Aviv, Katzav werde sich heute öffentlich zu seiner Entscheidung äußern.

"Ich gehe davon aus, dass dies möglicherweise seine letzte Nacht im Präsidentenamt ist", erklärte Libai. Er erinnerte an Katzavs Versprechen, sein Amt niederzulegen, sollte Generalstaatsanwalt Menachem Masus eine Anklage empfehlen. "Ich habe keinen Zweifel, dass er sein Wort halten wird." Katzavs Amtszeit endet offiziell im August dieses Jahres. Er kann nicht angeklagt werden, solange er Präsident ist, weil er in diesem Amt vollständige Immunität genießt.

Der Staatsanwalt folgte einer Empfehlung der Polizei, die sich vergangenes Jahr für eine Anklage gegen Katzav wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung mehrerer Frauen sowie Korruption im Amt ausgesprochen hatte. Die Vorwürfe stammten von ehemaligen Mitarbeiterinnen Katzavs.

Auf die Regierung von Ministerpräsident Ehud Olmert dürfte der Fall indes kaum Auswirkungen haben, da das Präsidentenamt in Israel vor allem repräsentative Funktionen hat. Gegen Olmert wird wegen des Verdachts auf Vetternwirtschaft ermittelt. Der monatelange Sex-Skandal um Katsav hat bei der Bevölkerung jedoch das Gefühl verstärkt, dass Fehlverhalten bei Spitzenpolitikern immer häufiger vorkommt.

DPA DPA

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