Washington Gegner und Befürworter des Irakkriegs bei Bush


US-Präsident George W. Bush hat sich mit früheren Ministern zu einer "Ideen-Beratung" über die Irak-Politik getroffen. Auch regierungskritische Politiker nahmen an dem Treffen teil.

US-Präsident George W. Bush hat sich aufgrund der anhaltenden Kritik an seiner Irak-Politik mit mehreren früheren Außen- und Verteidigungsministern des Landes über die Lage im Irak beraten. Darunter waren auch Politiker, die sich skeptisch zum Irak-Kurs Bushs geäußert haben wie Ex-Außenminister Colin Powell und der frühere Verteidigungsminister und Demokrat, William Perry.

"Nicht jeder hier an diesem Tisch war mit meiner Entscheidung einverstanden, in den Irak zu gehen, und ich verstehe das voll und ganz", sagte der Präsident. Er habe sich die Bedenken und Vorschläge für das weitere Vorgehen angehört. "Ich werde mir die Ratschläge zu Herzen nehmen", sagte Bush.

"Plan für unseren Sieg im Irak"

Ungeachtet einer neuen Gewaltorgie im Irak mit mehr als 130 Toten spricht Bush von "verdammt guten Fortschritten". Den größten Erfolgsschub werde es jedoch geben, wenn die Iraker es selbst mit den Feinden aufnehmen können, die ihre Demokratie stoppen wollten, sagte er.

Die eingeladenen Politiker wurden zusammen mit Bush, Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, vom US-Kommandeur im Irak, General George Casey, und dem dortigen US-Botschafter, Zalmay Khalilzad, über die Lage in dem Golfstaat informiert.

"Das Treffen ist eine Gelegenheit für diese wichtigen Politiker früherer Regierungen, unseren Plan für einen Sieg im Irak kennen zu lernen und von den militärischen und zivilen Verantwortlichen dort über die Fortschritte dabei informiert zu werden", sagte Bushs Sprecher Scott McClellan. Der Vorstoß des Präsidenten erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Kritik der Bevölkerung an seiner Irak-Politik. Im November stehen Kongresswahlen an, bei denen Bushs Republikaner die Mehrheit in beiden Häusern des Parlaments verteidigen wollen.

Powells Machtkämpfe

Powell hatte als Außenminister mehrere Machtkämpfe mit dem Verteidigungsministerium und dem Präsidialamt ausgefochten, sich nach dem Ausscheiden aus dem Amt jedoch mit Kritik zurückgehalten. Aus seinem Umfeld waren jedoch immer wieder Spitzen gegen Bush, dessen Stellvertreter Dick Cheney und Verteidigungsminister Rumsfeld gesetzt worden, die zum engsten Führungszirkel um Bush zählen.

Zu den eingeladenen Politikern beider großer Parteien gehörten neben Powell die früheren Außenminister Madeleine Albright, Lawrence Eagleburger, James Baker, George Shultz und Alexander Haig sowie die Ex-Verteidigungsminister William Cohen, Frank Carlucci, James Schlesinger, Harold Brown, Melvin Laird und Robert McNamara.

Reuters/DPA DPA Reuters

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