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Wegen Flüchtlingswelle Tunesien riegelt Küste ab


Das ist es nicht, was sich Europa vom Wandel in Nordafrika erhofft: Auf der italienischen Insel Lampedusa drängen sich Tausende Flüchtlinge aus Tunesien. Laxe Grenzkontrollen erleichtern erstmals seit Jahren die Überfahrt.

Die tunesische Übergangsregierung regiert auf die gewaltige Flüchtlingswelle eigener Landsleute in Richtung Italien. In der Küstenregion Gabès seien mittlerweile alle möglichen Fluchtwege blockiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TAP am Montag. Bereits am Wochenende habe die Armee mit Unterstützung der Nationalgarde und von Fischern mehrere Überfahrten nach Lampedusa verhindert. In den Häfen von Gabès und Zarat seien Kontrollpunkte installiert worden.

In den vergangenen fünf Tagen waren mehr als 5000 Tunesier auf die nur 20 Quadratkilometer große italienische Insel geflohen. Die Regierung hatte daraufhin schon am Samstag den humanitären Notstand für Lampedusa ausgerufen und am Sonntag die Wiedereröffnung des Hauptflüchtlingslagers genehmigt.

Hintergrund des Flüchtlingsstroms aus Tunesien ist der nach dem Sturz von Präsident Zine el Abidine Ben Ali vernachlässigte Grenzschutz im Land. Zahlreiche Menschen, vor allem Arbeitslose, sehen nun die Chance, in Europa ihr Glück zu suchen.

DPA DPA

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