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Wahlprogramm-Check Welche Partei will am meisten CO2 einsparen?

Pilotprojekt einer CO2-Auffanganlage in Kopenhagen
Pilotprojekt einer CO2-Auffanganlage in Kopenhagen
© © 2021 AFP
Trotz des Pariser Abkommens und dem Bekenntnis der meisten deutschen Parteien zu den gemeinsamen Klimazielen, schafft es keines der Wahlprogramme, diese einzuhalten. 

Alle demokratischen Parteien behaupten, sie würden im Falle einer Regierungsbeteiligung alles dafür tun, dass das 1,5-Grad-Ziel eingehalten wird. Laut einer Analyse der Parteiprogramme durch das Konzeptwerk Neue Ökonomie kann keine der Parteien das Versprechen halten.

Wie die Statista-Grafik zeigt, stünde für eine 67-prozentige Chance, das Klimaziel zu erfüllen, ein CO2-Budget von rund 1,2 Gigatonnen zur Verfügung - bei einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent sogar 2,9 Gigatonnen. Das CO2-Budget benennt die Menge an CO2, die man höchstens produzieren darf, um das jeweilige Ziel zu erreichen.

Alle Parteien veranschlagen zu hohes CO2-Budget

Die Bundestagsparteien machen in ihren Programmen keine explizite Angabe für ein angestrebtes Klimabudget, deshalb nutzt das Konzeptwerk Neue Ökonomie internationale Daten des Weltklimarats und Daten des Sachverständigenrats der Bundesregierung als Vergleichswerte, um die Maßnahmen der Parteien mit einem CO2-Budget zu beziffern. Das Ergebnis: Die Vorstellungen der Bundestagsparteien liegen deutlich über den 1,5-Grad-Beträgen. 

Die Linkspartei schlägt die radikalsten Emissions-Reduzierungen vor und möchte die Klimaneutralität bereits im Jahr 2035 erreicht haben. Selbst ihr veranschlagtes CO2-Budget von 4,9 Gigatonnen liegt aber deutlich über dem empfohlenen Wert. Am unbekümmertsten in Bezug auf den CO2-Ausstoß klingt das Parteiprogramm der FDP – mit dem geplanten CO2-Budget von 10,7 Gigatonnen ließen sich nicht einmal 1,75 Grad mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit realisieren.

Wahlprogramm-Check: Welche Partei will am meisten CO2 einsparen?

FDP setzt nur auf Emissionshandel

Die Liberalen setzen in ihrem Konzept vor allem auf den Emissionshandel, bei dem Emissionsrechte von anderen Ländern, die ihre Grenze einhalten können, abgekauft werden würden. So ließen sich zwar Budgets einhalten, aber der Anreiz, effektiv Emissionen zu verhindern, wird natürlich schwächer für reiche Länder. Allerdings gibt es auf globaler Ebene keinen Mechanismus, der sicherstellen würde, dass sich alle an die Einsparungen halten.

Rein rechnerisch ist die kommende Bundesregierung die letzte, die alle Maßnahmen in die Wege leiten kann, um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen. Allerdings fehlt es allen Parteien an politischem Willen, wie die Inhalte der Wahlprogramme veranschaulichen. 

tis / Statista

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