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Ex-Innenminister Fünf Jahre "Wir schaffen das": Was Thomas de Maizière heute alles anders machen würde

Sehen Sie im Video: Thomas de Maizière im Interview – fünf Jahre nach "Wir schaffen das".


Thomas de Maizière war 2015 Bundesinnenminister, als fast 900.000 Menschen die Zuflucht in Europa suchten, davon mehrere Hunderttausend in Deutschland. Fünf Jahre später ist er weiterhin von seinem Handeln überzeugt: "Die Entscheidung, die Grenzen nicht zu schließen… und den Flüchtlingen zu helfen, war richtig", sagt er im Interview mit RTL.
Für die Grenzöffnung, ohne vorherige Identitätsprüfung bei der Einreise, erntete er viel Kritik. Gegner bemängelten, dass es dadurch zu Sicherheitsproblemen kommen würde. "Überrollt worden" sei man allerdings nicht, sagt der ehemalige Innenminister. Doch den Takt für die Entscheidung hätten die Flüchtlinge gegeben. Man habe die Geflüchteten aber nicht an der Grenze zurückhalten wollen: "Mir war klar, dass wir uns in einem ethischen Dilemma befinden. Es gehörte zu den schwierigsten Entscheidungen in meinem politischen Leben."
Ein Schicksal einer geflüchteten Frau ging ihm damals aber trotzdem besonders ans Herz. Bis heute habe er das nicht vergessen: "Es war klar, dass die schwangere Frau auf ihrer Flucht vergewaltigt wurde… das hat mich sehr bewegt." Solche Schicksale waren leider keine Seltenheit. Gerade Frauen hatten es auf ihrem Weg nach Deutschland sehr schwer. 
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Thomas de Maizière war Bundesinnenminister, als 2015 hunderttausende Menschen Zuflucht in Deutschland suchten. Im Interview blickt er zurück auf Merkels "Wir schaffen das" und erklärt, was er heute anders entscheiden würde.

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