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Abrechnung mit Merkel De Maizière widerspricht Kohls Kritik


Kanzlerin Merkel hat in den letzten Tagen harte Kritik einstecken müssen, es ging vor allem um ihre Außenpolitik. Verteidigungsminister Thomas de Maizière steht weiter hinter der Kanzlerin und widerspricht Kohl und Schmidt.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Kritik von Altkanzler Helmut Kohl an der Außen- und Europapolitik der Bundesregierung entschieden zurückgewiesen."Es gibt keinen Weg zurück in eine angebliche Sicherheit von früher", sagte de Maizière dem "Tagesspiegel". Er nehme die Ratschläge älterer Politiker ernst, aber man könne sie nicht Eins zu Eins in die Gegenwart übersetzen.

"Wir leben im Jahr 2011, in einer hoch komplizierten, sehr schwierigen und unübersichtlichen Situation. Ich verstehe die Sehnsucht nach Sicherheit. Aber im Moment können wir sie nicht versprechen", sagte der CDU-Politiker. "Manchmal frage ich mich auch, was die Ratgeber in ihrer aktiven Zeit von Ratschlägen ihrer Vorgängergeneration gehalten haben", fügte de Maizière hinzu. Er finde den Satz des Satirikers Karl Valentin in diesem Zusammenhang "sehr interessant", der einmal gesagt habe: "Die Zukunft war früher auch besser."

Kohl hatte in der Zeitschrift "Internationale Politik" geäußert, Deutschland sei "keine berechenbare Größe mehr - weder nach innen noch nach außen". Fehlende Verlässlichkeit habe auch im Ausland zu Verunsicherung geführt. "Wenn man keinen Kompass hat, wenn man also nicht weiß, wo man steht und wo man hin will, und daraus abgeleitet dann auch keinen Führungs- und Gestaltungswillen, dann hängt man auch nicht an dem, was wir unter Kontinuitäten der Außenpolitik verstehen", sagte Kohl. Die Deutschen müssten wieder "für andere erkennbar deutlich machen, wo wir stehen und wo wir hin wollen, dass wir wissen, wo wir hingehören, dass wir Werte und Prinzipien machen, die über den Tag hinaus gelten."

roh/AFP AFP

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