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Abrissarbeiten zu "Stuttgart 21" beginnen Oberbürgermeister Schuster lehnt Baustopp ab


Am Stuttgarter Hauptbahnhof haben am Freitag die äußeren Abrissarbeiten begonnen. Zunächst wurde unter dem Schutz von 30 Polizeibeamten ein Vordach des Nordflügels entfernt, der binnen drei Monaten komplett beseitigt werden soll, um einem unterirdischen Durchgangsbahnhof Platz zu machen, wie Polizei und Deutsche Bahn mitteilten.

Am Stuttgarter Hauptbahnhof haben am Freitag die äußeren Abrissarbeiten begonnen. Zunächst wurde unter dem Schutz von 30 Polizeibeamten ein Vordach des Nordflügels entfernt, der binnen drei Monaten komplett beseitigt werden soll, um einem unterirdischen Durchgangsbahnhof Platz zu machen, wie Polizei und Deutsche Bahn mitteilten. Bisher war der Nordflügel für den Abriss entkernt worden. Vier Demonstranten, die die Arbeiten mit Sitzblockaden behinderten, wurden laut Polizei wegen Nötigung angezeigt.

Der Oberbürgermeister der Stadt, Wolfgang Schuster, lehnte unterdessen einen vorläufigen Baustopp des milliardenteuren Projekts "Stuttgart 21" ab. Ein Moratorium sei "nicht denkbar", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten" vom Freitag. Schuster sagte, er nehme die Proteste gegen das umstrittene Milliardenbauprojekt durchaus ernst.

Die Gegner sollten allerdings nicht verkennen, dass es "an der demokratischen und rechtlichen Legitimität von Stuttgart 21 keine Zweifel" gebe: Es hätten sich nicht nur die Parlamente "auf allen politischen Ebenen" für die Verlagerung des Bahnhofs unter die Erde entschieden. Auch die klare Mehrheit der Stuttgarter Bürger habe 1995 hinter dem Projekt gestanden und mehrere Gerichtsurteile diese Entscheidung bestätigt.

Unterdessen wächst der Widerstand in der Stuttgarter Bevölkerung gegen das Mammutprojekt. Mehr als 21.000 Bürger unterzeichneten bislang einen sogenannten Stuttgarter Appell, um die seit Februar laufenden Bauarbeiten doch noch zu stoppen. Für den Abend war die Umzingelung des Bahnhofs mit einer Menschenkette geplant. Dazu erwartete das Aktionsbündnis der Projektgegner mehrere tausend Teilnehmer.

AFP AFP

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