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Affäre um Ex-Bundespräsidenten Wulff verschleierte Kreditgeberin


Christian Wulff hat offenbar versucht, die Herkunft seines 500.000-Euro-Kredits für sein Haus zu vertuschen. Ein Bericht zeigt jetzt, wie er den stern eigenhändig in die Irre führen wollte.
Von Hans-Martin Tillack

Ein neues Dokument belegt, wie der damalige Bundespräsident Christian Wulff im Februar 2011 dem stern die Unwahrheit über seinen privaten Hauskredit sagte. Wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet, korrigierte Wulff am 16. Februar 2011 eigenhändig mit grüner Tinte mehrere Antworten auf Fragen des stern zu dem 500.000-Euro-Kredit für sein Haus in Burgwedel. Wulff machte dabei demnach bewusst irreführende Angaben.

Der stern, der seit Frühjahr 2009 Hinweisen auf einen angeblich privaten Geldgeber für das Haus in Burgwedel nachging, hatte Anfang 2011 recherchiert, dass im Grundbuch zu der Immobilie keine Grundschuld zu Gunsten eines Kreditgebers eingetragen war. Dies stellte nach Auskunft von Finanzexperten einen potentiellen Vorteil für den Kreditnehmer dar.

"BW-Bank war und ist der Kreditgeber"

Am 16. Februar 2011 richtete der stern darum fünf Fragen an das Präsidialamt und fragte auch nach der Identität des Kreditgebers. Im ersten Entwurf der Antwort des Präsidialamtes hieß es laut "BamS" noch knapp, Kreditgeber sei die baden-württembergische BW-Bank – was zu dem Zeitpunkt stimmte. Wulff habe dann jedoch, so die Zeitung, handschriftlich mit grüner Tinte die Antwort korrigiert und geschrieben: "Die BW-Bank war und ist der Kreditgeber."

Das war eindeutig irreführend, denn die BW-Bank übernahm diese Funktion erst im März 2010. Zuvor gab es eine andere Darlehensgeberin - die Unternehmergattin Edith Geerkens. Nach erneuten Recherchen erfuhr der stern dies am 7. Dezember 2011. Nachdem darauf klar war, dass der Präsident versucht hatte, die wahre Kreditgeberin zu verschleiern, veröffentlichte das Magazin am 13. Dezember – fast zeitgleich mit der "Bild"-Zeitung - einen Bericht über den "Kredit des Präsidenten" auf stern.de.

Nach weiteren Enthüllungen verschiedener Medien, auch des stern, über Vergünstigungen zu Gunsten des Präsidenten, trat Wulff am 17. Februar 2012 von seinem Amt zurück.


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