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Altkanzler Schröder: "Steinmeier hat das Zeug zum Kanzler"

Gerhard Schröder macht wieder Wahlkampf. Bei der Bundestagswahl 2009 will der Altkanzler Frank-Walter Steinmeier mit Auftritten unterstützen. Im SPD-Blatt "Vorwärts" singt er vorher schon mal Lobeshymnen auf seinen ehemals engsten Vertrauten.

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat die Nominierung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten als absolut richtige Entscheidung gewürdigt. "Ich bin stolz auf meine Partei, die mit Frank-Walter Steinmeier den Besten für dieses wichtige Amt des Bundeskanzlers ins Rennen schickt. Er hat das Zeug zum Kanzler", schreibt Schröder in seiner ersten öffentlichen Äußerung zur Kandidatenentscheidung, in einem Artikel für die SPD-Mitgliederzeitschrift "Vorwärts".

Steinmeier war unter Schröder Kanzleramts-Chef und zuvor, während Schröders Amtszeit als niedersächsischer Ministerpräsident, auch Leiter der Staatskanzlei in Hannover. "Es gibt in meinem Leben niemanden, mit dem ich so eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe", betont der Altkanzler. "Aus dieser persönlichen Erfahrung weiß ich, dass nicht nur die Kanzlerkandidatur, sondern auch das Amt des Bundeskanzlers bei ihm in allerbesten Händen sein wird."

Steinmeier gestalte seit drei Jahren Deutschlands Außenpolitik. Er sehe in ihm eine starke Persönlichkeit, "die ein modernes und selbstbewusstes Deutschland verkörpert, das sich seiner Bedeutung und Rolle durchaus bewusst ist, aber nie überheblich daherkommt", schreibt Schröder. Für Frieden, Gerechtigkeit und Entwicklung einzutreten sei die Aufgabe sozialdemokratischer Außenpolitik, wie sie von Willy Brandt begründet worden sei. Diesem Anspruch werde Steinmeier gerecht.

Rückkehr als Wahlkämpfer

Nach einem Bericht der Rheinischen Post soll Schröder im Bundestagswahlkampf 2009 mit mehreren Auftritten für Steinmeier werben. Die Pläne dafür würden derzeit im Umfeld der neuen SPD-Parteiführung um Steinmeier und den designierten Parteivorsitzenden Franz Müntefering konkretisiert, schreibt die Zeitung. Mit der Rückkehr Schröders als Wahlkämpfer wäre die frühere SPD-Führung wieder vereint. Steinmeier hatte unter Schröder das Kanzleramt geleitet, Franz Müntefering zeitweilig den Partei- und Fraktionsvorsitz inne.

Die drei Spitzen-Sozialdemokraten hatten auch in den vergangenen Jahren Kontakt gehalten, zuletzt in der Debatte um die SPD-Führungskrise und Steinmeiers Kanzlerkandidatur, die im Rücktritt von SPD-Chef Kurt Beck gipfelte. Gemeinsam stehen sie für die Reformen der Agenda 2010, die die SPD in eine tiefe innerparteiliche Krise gestürzt und 2005 zu Neuwahlen geführt hatten, die Schröder am Ende knapp verlor.

DPA / DPA