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Anti-Terrorkampf: BND-Chef attackiert US-Fahnder

Die Suche nach Osama bin Laden ist durch grundlegende Fehler Washingtons erschwert worden - behauptet BND-Präsident August Hanning. Die USA standen 2001 kurz vor der Gefangennahme des Terroristenchefs.

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, hat den USA grundlegende Fehler bei der Bekämpfung des islamistischen Terrors vorgeworfen. "Der prinzipielle Fehler wurde schon im November 2001 begangen, als man Bin Laden bei Tora Bora von den afghanischen Milizen festnehmen lassen wollte. Da konnte sich Bin Laden für viel Geld von denen freikaufen", sagte er dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe). Anschließend habe sich der Terrorist im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine eigene Infrastruktur aufgebaut.

Wochenlang hatten Medien in aller Welt über den massiven Angriff von einheimischen wie US-Truppen auf die weitläufige Bergfestung berichtet. Bin Laden sei nur knapp entkommen, hieß es damals seitens der USA. Anschließend hatte Washington darauf beharrt, es sei nicht klar, ob sich Bin Laden tatsächlich damals in den Tunneln von Tora Bora befand. Nach Medienberichten von Ende März hat sich der Verdacht aber erhärtet. Das gehe aus einem Dokument hervor, in dem angebliche Beweise gegen einen auf dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay (Kuba) festgehaltenen Terrorverdächtigen zusammengefasst sind.

Hanning wies die Warnung der US-Regierung zurück, die von Biowaffen ausgehende Gefahr dürfe nicht unterschätzt werden. "Die internationale Fachwelt ist von der Möglichkeit, dass Terroristen Bio-Waffen als Terrormittel einsetzen könnten, nicht verschreckt. Es gibt dafür in jüngster Zeit keine konkreten Anhaltspunkte", sagte er.

AP/DPA / AP / DPA
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