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Aufregung in NRW: CDU-Politiker lässt Halbmond ins Parteilogo einarbeiten

Yasar Calik tritt als CDU-Kandidat für den Neusser Stadtrat an - und hat Taschen verteilt, auf denen die türkische Mondsichel ins Parteilogo eingearbeitet ist. Die Parteiführung ist entsetzt.

Yasar Calik tritt am 25. Mai als CDU-Kandidat für den Neusser Stadtrat an. Zu diesem Anlass hatte der Deutsch-Türke eine pfiffige Idee. Er verteilte unter seinen potenziellen Wählern Stofftaschen. Die stießen jedoch auf reichlich Kritik. Der Grund: Calik ließ auf den Taschen in das "C" des offiziellen Logos seiner Partei die türkische Mondsichel (Hilal) einarbeiten.

Das umgestaltete Parteilogo war vor allem den Katholiken in der CDU ein Dorn im Auge. Sie sehen in dem modifizierten Logo einen Affront, was wiederum die CDU-Parteiführung auf den Plan rief. Diese untersagte inzwischen die Verwendung des umstrittenen Parteilogos. "Das CDU-Logo ist als Marke geschützt", sagte der Generalsekretär der NRW-CDU, Bodo Löttgen. "Für CDU-Mitglieder verbieten sich jegliche Veränderungen."

Calik selbst zeigte sich von den empörten Reaktionen überrascht. Er sei als Muslim bei der CDU eingetreten, weil er sich mit deren Werten identifiziere - und wollte ursprünglich neben dem CDU-Logo die türkische Flagge zeigen, um auf seine Herkunft hinzuweisen. Bei der Herstellung habe es jedoch "Fehler und Missverständnisse" gegeben, sagte er der türkischen Zeitung "Zaman". "Falls es falsch verstanden wurde", so Calik weiter, "möchte ich mich entschuldigen."

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