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Baumfällungen im Schlossgarten S21-Gegner stellen Strafanzeige


Die Initiative Parkschützer hat nach der Baumfällaktion bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Strafanzeige gegen die Bahn gestellt. Hintergrund ist das Ignorieren von Artenschutzvorschriften.

Die Gegner des Großprojekts Stuttgart 21 haben wegen der Baumfällungen im Stuttgarter Schlossgarten Strafanzeige gegen die Bahn gestellt. "Diese illegalen Baumfällungen müssen geahndet werden, daher haben wir noch letzte Nacht Strafanzeige gestellt", erklärte der Pressesprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, am Sonntag. Die Parkschützer werfen der Bahn-Tochter DB ProjektBau vor, gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen zu haben.

Die Bahn wies die Vorwürfe zurück. "Die im Raum stehenden Fragen wurden im Vorfeld ausgeräumt", sagte ein Sprecher. "Meldungen über einen Fäll- oder Baustopp sind falsch." Die Betreiber von Stuttgart 21 verhielten sich "immer dreister", kritisierte hingegen Herrmann. Damit müsse jetzt Schluss sein. "Erst Polizeigewalt gegen die Bürger, dann illegale Holzfällungen - so handeln sonst nur afrikanische Terrorregime, die den Regenwald abholzen."

Die Parkschützer stützen sich mit ihren Vorwürfen auf ein Schreiben des Eisenbahn-Bundesamts (EBA) vom 30. September. Darin wird die DB ProjektBau zur Vorlage von Unterlagen aufgefordert. Verbunden mit dem Hinweis: "dass sie mit den Baumfällarbeiten nicht beginnen dürfen, bevor diese konkreten Ausführungsunterlagen, zumindest für die unmittelbar auszuführenden Landschaftspflegerischen Maßnahmen dem Eisenbahn-Bundesamt vorgelegt wurden".

Bei dem umstrittenen Bauvorhaben soll der Kopfbahnhof der baden-württembergischen Landeshauptstadt in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgewandelt werden. Das Projekt soll nach derzeitiger Planung rund 4,1 Milliarden Euro kosten.

zen/DAPD dapd

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