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Bayern: Münchner CSU beendet Ära Hohlmeier

Ein außerordentlicher Parteitag wählte am Freitagabend in München mit klarer Mehrheit den Landtagsabgeordneten Otmar Bernhard als Nachfolger Hohlmeiers an die Spitze des Stadtverbands.

Mit Monika Hohlmeier verläßt der letzte Strauß-Sprössling die bayrische Polit-Bühne. Nach monatelangen Turbulenzen hat die Münchner CSU einen Schlussstrich unter die Ära Monika Hohlmeier gezogen und den Landtagsabgeordneten Otmar Bernhard (57) an die Spitze des Stadtverbandes gewählt. CSU-Chef Edmund Stoiber rief die Partei zum Neuanfang auf. Hohlmeier, die über die Wahlfälschungsaffäre der Münchner CSU gestolpert war, nahm an dem Parteitag nicht teil. Stoiber erwähnte sie mit keinem Wort.

Überwältigende Mehrheit für Bernhard

Der promovierte Jurist Bernhard erhielt bei den Vorstandswahlen 91,9 Prozent der Delegiertenstimmen. Auch der gesamte übrige Vorstand wurde neu gewählt, nachdem er auf Drängen Stoibers Mitte August geschlossen zurückgetreten war. Allerdings kandidierten die meisten bisherigen Mitglieder erneut. Trotz der vorangegangenen Querelen meldete sich in der Aussprache kein Delegierter zur Wort.

Stoiber sagte, die Münchner CSU müsse wieder einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Zukunftsprobleme leisten und nicht "Streitereien über den Posten A oder B" führen. "Das kotzt die Leute an, das interessiert die Leute nicht." CSU-Generalsekretär Markus Söder nannte das Wahlergebnis einen "Superstart" für Bernhard.

Jahrelange Querelen in Münchner CSU

Die Stadtpartei wird seit Jahren von Querelen und Machtkämpfen erschüttert. Auslöser der jüngsten Krise waren die Strafprozesse gegen mehrere Nachwuchspolitiker der Jungen Union, die CSU-interne Wahlen manipuliert hatten.

Hohlmeier, die Tochter des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, hatte sich im Streit um die Aufklärung der Affäre im Juli mit ihren Parteifreunden überworfen. Sie soll ihnen mit Enthüllungen aus dem Privatleben gedroht haben. Die Opposition wirft ihr zudem eine Verquickung von Amt, Partei- und Privatinteressen vor. SPD und Grüne wollen deshalb einen Untersuchungsausschuss im Landtag einsetzen. (dpa)