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Buback-Anschlag: Sohn bittet Ex-RAF-Terroristen um Aufklärung

Der Sohn des von der Roten Armee Fraktion ermordeten Siegfried Buback, Michael Buback, appelliert an die früheren RAF-Mitglieder, endlich den Mord an seinem Vater aufzuklären. Das Oberlandesgericht Stuttgart will heute bekanntgeben, ob der ehemalige Terrorist Christian Klar nach gut 26 Jahren Haft entlassen wird.

Michael Buback, Sohn des 1977 von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordeten damaligen Generalbundesanwaltes Siegfried Buback, rechnet fest damit, dass der ehemalige Terrorist Christian Klar demnächst aus der Haft entlassen wird. Zugleich appellierte er am Montag an die früheren Mitglieder der RAF, endlich den Mord an seinem Vater und dessen Begleitern aufzuklären. "Wir wollen die Wahrheit über diese Tat erfahren", sagte Buback im WDR-2-Morgenmagazin.

Er werde "nicht von sich aus Kontakte knüpfen zu Personen, die an dem Verbrechen gegen meinen Vater und seine Begleiter beteiligt waren. Aber wenn mir jemand etwas sagen will, werde ich den Telefonhörer nicht auflegen", erklärte er. Noch immer ist nämlich unklar, wer genau von einem Motorrad aus die tödlichen Schüsse abgegeben hat. Er habe "mit Schrecken erfahren müssen, dass die beiden Personen, die von dem Motorrad aus das Attentat begingen, für dieses Verbrechen nicht verurteilt worden sind, sie sind nicht einmal angeklagt".

Laut Buback könnte es sein, dass Klar die Person war, die in einem Auto außerhalb von Karlsruhe gewartet hat: "Also wird er wahrscheinlich wissen, wenn er das war, welche Personen zugestiegen sind in sein Auto." Zu einer Haftentlassung Klars sagte Buback, er finde es zwar sehr verwirrend, dass eine verhängte lebenslängliche Haftstrafe in Deutschland nur dann wirklich lebenslang bedeute, wenn von dem Täter noch Gefahr ausgehe. Aber so seien die Regeln und er werde sie akzeptieren, sagte Buback.

Am späten Vormittag will das Oberlandesgericht Stuttgart bekanntgeben, ob Klar nach gut 26 Jahren Haft entlassen wird. Der mittlerweile 56-jährige Klar ist wegen neunfachen Mordes unter anderen an Buback, Bankier Jürgen Ponto und Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer zu lebenslanger Haft verurteilt bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Die Mindestverbüßungsdauer wurde auf 26 Jahre festgelegt, so dass der seit Ende 1982 inhaftierte Klar frühestens am 3. Januar 2009 freikommen kann. Anfang Mai 2007 hatte Bundespräsident Horst Köhler ein Gnadengesuch Klars abgelehnt.

Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hält unterdessen das Praktikumsangebot an Ex-RAF-Terrorist Christian Klar aufrecht. Sollte Klar aus der Haft entlassen werden, könne er ein Praktikum am Berliner Ensemble absolvieren, bestätigte eine Sprecherin des Ensembles der AP. Peymann hatte dem 56-jährigen Klar bereits 2005 angeboten, als Bühnentechniker ein Praktikum zu machen. Er hatte dies damit begründet, dass der Exterrorist nach 23 Jahren Haft eine Chance zur Rückkehr in die Gesellschaft bekommen müsse.

AP/DPA / DPA / AP