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RAF-Prozess um Verena Becker: Christian Klar will nichts sagen

Name: Klar, Christian. Beruf: Kraftfahrer. Mehr wollte Christian Klar nicht zur Aufklärung im Mordfall Buback beitragen. Mit Berufung auf das Aussageverweigerungsrecht hält sich das ehemalige RAF-Mitglied an die Tradition seiner Kollegen.

Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar hat im Prozess gegen seine einstige Genossin Verena Becker die Aussage verweigert. Klar berief sich in dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht Stuttgart am Donnerstag laut einem Gerichtssprecher auf sein Aussageverweigerungsrecht. Er gab demnach lediglich sein Alter und als Beruf Kraftfahrer an. Becker muss sich in Stuttgart wegen Mittäterschaft bei dem RAF-Anschlag verantworten, bei dem am 7. April 1977 in Karlsruhe Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei Begleiter getötet wurden.

In dem Prozess hatten bereits zuvor mehrere frühere RAF-Terroristen die Aussage verweigert. Christian Klar war 1985 unter anderem wegen der Morde an Buback, dem Dresdner-Bank-Vorstandssprecher Jürgen Ponto und Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer verurteilt worden. Er kam im Dezember 2008 nach 26 Jahren Haft wieder auf freien Fuß.

Der früheren RAF-Terroristin Becker wird in dem Stuttgarter Prozess vorgeworfen, maßgeblich an Planung und Vorbereitung des Buback-Attentats beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Anschlag im Jahr 1977 waren die Schüsse vom Beifahrersitz eines Motorrads abgegeben worden. Das Motorrad mit zwei vermummten RAF-Terroristen hatte neben Bubacks Dienstwagen gestoppt, als dieser in Karlsruhe vor einer Ampel hielt. Wer die tödlichen Schüsse abgefeuert, ist bis heute unklar.

ono/AFP / AFP