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Beitrag bei "Edition F." #Aufschrei in der CDU: Die Sexismus-Vorwürfe einer Kommunalpolitikerin

Die CDU in Berlin sieht sich mit schweren Sexismus-Vorwürfen konfrontiert.
Die CDU in Berlin sieht sich mit schweren Sexismus-Vorwürfen konfrontiert.
© Klaus-Dietmar Gabbert/DPA
Die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends will nicht mehr über den Sexismus in ihrer Partei schweigen - und sorgt mit einem Beitrag im Online-Magazin "Edition F" für Aufsehen.

"Liebe Partei, wir müssen reden", so beginnt die CDU-Politikerin Jenna Behrends ihren Beitrag für das Online-Magazin "Edition F". Was folgt, ist ein #Aufschrei gegen Sexismus im politischen Alltag, gegen Macho-Sprüche bei der Besetzung von Posten, und dagegen, dass sie andauernd mit "Hochschlaf"-Absichten beschuldigt wurde. Behrends fatale Erkenntnis nach einem Jahr in der CDU: "(...) ich habe versucht, mit dir über Verleumdungen, Gerüchte, Sexismus gegenüber Frauen und teilweise auch durch Frauen zu reden. Aber nicht nur mein Ortsvorsitzender erklärte mir, das alles sei Teil des politischen Auswahlprozesses. Wenn ich damit nicht klarkäme, dann sei ich für kein Amt geeignet."

Immer wieder, schreibt Behrends, sei sie mit Gerüchten konfrontiert worden, sie würde sich nur hochschlafen. "Die junge Frau, die ständig mit den Gerüchten um ihre angeblichen Affären konfrontiert wird, die gibt es in echt", beklagt sie. Auf einem Parteitag sei sie von einem Parteifreund als "große süße Maus" bezeichnet worden. Jener Parteikollege soll einen anderen zudem gefragt haben: "Fickst du die?"

Behrends, Jahrgang 1990, wurde am vergangenen Sonntag für die CDU in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gewählt, die Volksvertretung auf Ebene der Berliner Bezirke. 2015 war sie in die Partei eingetreten. In ihrem Text kritisiert Behrends den fehlenden Zusammenhalt von Frauen innerhalb der Partei, sie soll als "nimmersatte Karrieristin" bezeichnet worden sein. Gleichzeitig erklärt sie, dass Politik zu wichtig sei, "um sie hauptsächlich alten Männern zu überlassen".

Sexismus in der CDU: Frank Henkel wundert sich

Die brisanten Passagen sollen sich nach Informationen von "Spiegel Online" auf den Berliner CDU-Chef Frank Henkel beziehen. Henkel zeigte sich verwundert und "auch ein bisschen enttäuscht über Inhalt und Stil dieses offenen Briefes".
Die CDU Mitte, für die Behrends nun auch in der BVV sitzt, hätte Quereinsteigern immer wieder eine Chance gegeben, erklärte Henkel in einer Mitteilung. "Wenn sich Frau Behrends mit mir austauschen will, steht ihr meine Tür wie jedem anderen Mitglied meines Kreisverbandes für ein Gespräch offen." Die Bundes-CDU wollte die Vorwürfe auf Nachfrage nicht kommentieren.

Hier können Sie den Text von Jenna Behrends nachlesen.

feh/tim DPA

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