CSU-Intrigantenstadl Stoiber soll stiften gehen


Erwin Huber, Aspirant auf den CSU-Vorsitz, hat sich schon mal Gedanken über die personellen Altlasten gemacht: Stoiber soll Vorsitzender der Hanns-Seidel-Stiftung werden, Markus Söder nachhause gehen. Hubers Konkurrent Seehofer plagt sich derweil mit den CSU-Frauen.

Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) hat den scheidenden CSU-Chef Edmund Stoiber für eine Führungsrolle in der parteinahen Hanns-Seidel-Stiftung ins Gespräch gebracht. "Ich kann mir vorstellen, dass das eine Tätigkeit ist, die seinen Neigungen schon entgegen kommt", sagte Huber am Mittwoch. Er habe mit Stoiber aber noch nicht darüber gesprochen.

Huber kündigte an, wenn er neuer CSU-Vorsitzender werde - "wofür eine steigende Wahrscheinlichkeit spricht" - würde er für eine solche Lösung einsetzen. Damit müsste er aber ein weiteres personelles Problem lösen: Vorsitzender der Stiftung ist momentan der ehemalige Kultusminister Hans Zehetmair, sein Vertrag läuft erst 2010 aus. Zehetmaier hat bislang keine Bereitschaft erkennen lassen, seinen Stuhl vorzeitig zu räumen. Das Gerücht, Stoiber könne Chef der Stiftung werden, macht in der CSU seit einiger Zeit die Runde.

Huber schloss auch eine Ablösung von Generalsekretär Markus Söder im Herbst nicht aus. Eine Diskussion über einen neuen Generalsekretär sei "keine Abwertung für die Arbeit von Markus Söder", betonte Huber. Was einen neuen Generalsekretär betreffe, so könne dies auch eine Frau sein. Konkrete Aussagen wollte Huber aber nicht machen. "Ich habe den Kopf voller Ideen."

CSU-Frauen mahnen Seehofer

Drei CSU-Politikerinnen aus Land- und Bundestag forderten unterdessen CSU-Vize Seehofer auf, sein Privatleben zu ordnen. "Wenn Horst Seehofer öffentlich angekündigt hat, sein Privatleben zu ordnen, dann sollte er jetzt zu seinem Wort stehen", sagte die Landtagsabgeordnete Ingrid Fickler der "Bunten". Auch die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär forderte Seehofer auf, sich zwischen Ehefrau und Geliebte zu entscheiden. "Ich gehe davon aus, dass er sein Privatleben bis zum Parteitag geklärt hat und das erwarten auch die Mitglieder." Die Landtagsabgeordnete Christa Matschl sagte: "Wenn Horst Seehofer partnerschaftliche hin- und hergerissen ist, nimmt ihm das die Kraft, die die Partei so dringend braucht." Zur Führung der CSU brauche es ein "gutes privates Umfeld".


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