Ehrung Mehrheit gegen Nobelpreis für Kohl


Altbundeskanzler Helmut Kohl ist für den Friedensnobelpreis im Gespräch. Eine Meinungsumfrage im Auftrag des stern zeigt nun, dass Deutschland in Bezug auf diese Ehrung für Kohl geteilt ist.

In der Frage, ob der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) den Friedensnobelpreis erhalten sollte, sind Ost- und Westdeutsche geteilter Meinung. Während sich in einer Umfrage für den stern die Ostdeutschen mehrheitlich mit 46 zu 41 Prozent für diese Ehrung des Alt-Kanzlers aussprachen, sind die Westdeutschen eindeutig dagegen: 55 Prozent meinen, der Preis solle nicht an Kohl verliehen werden, 36 Prozent würden dies begrüßen. Insgesamt sind 52 Prozent aller Bundesbürger gegen eine solche Auszeichnung des Ex-Kanzlers, 38 Prozent sind dafür.

Kohl war von José Manuel Barroso, dem Präsidenten der EU-Kommission, wegen seiner Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung und die Einigung Europas für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. "Der Name Helmut Kohl wird für immer mit der deutschen Wiedervereinigung verbunden sein", heißt es in dem Brief, den Barroso an das Preiskomitee in Oslo gesandt hatte. Die Wiedervereinigung symbolisiere den Triumph der Freiheit in Europa. "Die Tatsache, dass die Europäische Union in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiern kann, mit 27 freien Nationen, verdankt sie der Entschlossenheit von Politikern wie Helmut Kohl."

Für die Umfrage im Auftrag des stern befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1004 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.

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