Erster Auftritt nach Krebs-OP Kommt Oskar Lafontaine zurück?


Die Rückkehr des krebskranken Linke-Chefs Oskar Lafontaine aufs bundespolitische Parkett wird immer wahrscheinlicher: Einen Monat nach seiner Operation zeigte sich der 66-Jährige am Wochenende gut erholt erstmals wieder in der Öffentlichkeit.

Die Rückkehr des krebskranken Linke-Chefs Oskar Lafontaine aufs bundespolitische Parkett wird immer wahrscheinlicher: Einen Monat nach seiner Operation zeigte sich der 66-Jährige am Wochenende gut erholt erstmals wieder in der Öffentlichkeit. Bei der Beerdigung seines Künstlerfreundes Alfred Hrdlicka in Wien hielt er eine Trauerrede. Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" will Lafontaine sein Amt als Parteichef weiter bekleiden. Einer erneuten Kandidatur auf dem Parteitag im Mai 2010 stehe nichts mehr im Wege.

"Die Zeichen sprechen für eine Rückkehr", zitierte die Zeitung ein Mitglied der Parteiführung. Lafontaine habe sich bereits in der vergangenen Woche erstmals seit seiner Operation am 19. November wieder in der Linkenfraktion im saarländischen Landtag blicken lassen. "Er ist wieder voller Tatendrang."

Lafontaine wird am 11. Januar zur Fraktionsklausur seiner Partei in Berlin erwartet. Parteifreunde rechnen damit, dass er hier seine Rückkehr in die Politik und eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz im Mai verkünden wird. Für eine Rückkehr spricht Medienberichten zufolge auch, dass die Zusammenkunft der Fraktion vom Bundestag ins Kongresszentrum am Alexanderplatz verlegt wurde. Etliche Abgeordnete aus den Landtagen sollten zu dem Treffen dazu gebeten werden. Das spreche dafür, das die Rückkehr Lafontaines auf einer Art Mini-Parteitag gebührend inszeniert werden soll.

Am Samstag hatte Lafontaine eine Trauerrede auf den verstorbenen Bildhauer Hrdlicka gehalten, wie "Bild am Sonntag" und die österreichische Nachrichtenagentur APA berichteten. Er habe trotz Eiseskälte einen fitten Eindruck gemacht. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete er laut "BamS": "Gut. Relativ gut." Die Frage, ob er seiner Partei erhalten bleibe, habe Lafontaine aber nicht beantwortet.

Gysi sagte in einem DAPD-Interview, er hoffe, Lafontaine stehe im Mai in Rostock zur Wiederwahl als Parteivorsitzender zur Verfügung. "Ich werde mich Anfang Januar mit ihm unterhalten, und dann wird er seine Entscheidung mitteilen. Ich werde auf ihn einreden, es zu machen."

Wegen der Operation hatte der ehemalige SPD-Chef alle Termine bis auf weiteres abgesagt und angekündigt, er wolle Anfang kommenden Jahres unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen über seine künftige politische Arbeit entscheiden. Es gab immer wieder Spekulationen, er könnte sich ganz aus der Politik verabschieden. Den Fraktionsvorsitz hatte er überraschend im Oktober abgegeben.

SPD-Chef Gabriel zeigte sich offen für ein Gespräch mit Lafontaine. "Wenn Oskar Lafontaine mit mir reden will, wird er sich schon melden, und natürlich rede ich dann mit ihm", sagte Gabriel der "Bild am Sonntag".

Auch die Linke zeigte sich gesprächsbereit. Ein Bündnis mit Grünen und Linken könne er sich schon vorstellen, sagte Gysi. "Aber das bedarf gewaltiger Entwicklungen, vor allem bei SPD und Grünen, ein wenig auch bei uns", fügte er hinzu. Er forderte die Sozialdemokraten auf, möglichst rasch ihren Standort zu finden: "Die SPD brauchte eine grundsätzliche selbstkritische Aufarbeitung."

AP AP

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